24.10.2012

"Die Werke nehmen Schaden"

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Heute soll es im Gemeinderat um eine Zuschusserhöhung für den Kulturkreis (KKS) gehen. Der Verein möchte für den Betrieb des Kerg-Museums künftig 4000 Euro von der Stadt, bisher waren es 1534 Euro. Insgesamt wird der KKS bislang aus dem Rathaus mit 5247 Euro pro Jahr unterstützt.

Der KKS begründet seinen Antrag in einem Schreiben an die Stadt mit den Kosten für die beiden Sonderausstellungen in jedem Jahr, die den Verein alleine 3300 Euro kosten. Zudem fallen Anschaffungen für Ausstattung an. Der KKS weist darauf hin, dass sich der Zuschuss für seine Aktivitäten und Sonderausstellungen in 20 Jahren nicht geändert habe, "der Wert des Geldes dagegen beträchtlich".

Zudem würden Ehrenamtliche pro Jahr alleine für das Museum zwischen 1200 und 1500 Arbeitsstunden leisten: "Wenn ein städtisches Kulturamt oder ein Kulturbeauftragter diese Arbeit für die Stadt leisten müsste, wie es meist an anderen Orten der Fall ist, wären die entstehenden Ausgaben für die Stadt um ein Vielfaches höher und nicht bezahlbar", heißt es in dem Brief, den KKS-Vize Jochen Wähling und Museumsleiterin Lynn Schoene unterschrieben haben. Im Rathaus fanden sie für ihren Antrag offene Ohren. Die Verwaltung schlägt dem Gemeinderat vor, der Zuschusserhöhung zuzustimmen.

Der KKS nutzte seinen Antrag zudem dafür, auf dringend nötige Modernisierungen und Instandsetzungen im Museum hinzuweisen. Für den Gewölbekeller müsse ein neues Entfeuchtungsgerät her. Das alte sei desolat und unansehnlich. Zudem würden Kergs Werke Schaden nehmen.

Ferner müssten die Holzböden im Treppenhaus und im ersten OG abgeschliffen und neu lackiert werden. Das Holz sei inzwischen porös. Der KKS spricht sich zudem für einen Glaswindfang vor dem Eingangstor aus - nicht nur als Abdichtung gegen Wind, Kälte und Feuchtigkeit und zum Schutz der Kunstwerke. Sondern auch, um erträgliche Bedingungen für Museumsbesucher und Ehrenamtliche zu schaffen. Aufsichtspersonen seien in den kalten Wintermonaten "kaum noch zu motivieren", so Wähling und Schoene. Sie sprechen sich schließlich auch noch für ein modernes Beleuchtungssystem im Museum aus. Seit dessen Gründung im Jahr 1989 werde mit nicht verschiebbaren, unzureichenden und baufälligen Spots gearbeitet.

Auch auf diese Anregungen des Vereins geht die Verwaltung in ihrer Vorlage ein. Der Gemeinderat müsse über diese Dinge separat beraten. Zuvor bedürfe es aber noch einer Ortsbegehung von Seiten der Stadt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung