27.10.2012

"Wir freuen uns darauf"

"Wir freuen uns darauf"

Großcaterer, Eventveranstalter, Hotelier, Festzeltwirt, Reiterhofbetreiber: Hans-Peter Küffner aus Langenbrettach betreibt das Festzelt beim Mathaisemarkt 2013. Foto: Pfeifer

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Hans-Peter Küffner ist der neue Festzeltwirt des Mathaisemarkts 2013. Der Gemeinderat bestimmte ihn dazu am Mittwoch bei Enthaltungen und Gegenstimmen der Grünen Liste. Diese störte sich an einem Musikfestival zu Ehren der Band "Böhse Onkelz", das 2007 auf Küffners Gelände in Langenbrettach-Neudeck stattfand.

Herr Küffner, der Gemeinderat hat Sie zum neuen Festzeltwirt des Mathaisemarkts 2013 gekürt. Warum haben Sie sich um das Fest bemüht?

Weil es Spaß macht, etwas Neues anzupacken. Wir haben dieses Jahr bereits beim Kurpfälzischen Winzerfest in Wiesloch eine neue Herausforderung gesucht. Auch hier ist unser Konzept voll aufgegangen. Wir wollen beim Mathaisemarkt unsere ganze Erfahrung einbringen. Und die haben wir! Wir freuen uns darauf.

Haben Sie ein eigenes Zelt?

Nein, das hat man heute eigentlich nicht mehr. Mal brauche ich ein Zelt für 500, mal für 5000 Personen. Das brauche ich nicht vorhalten. Wir arbeiten dabei mit der Firma Abel zusammen. Sie baut ihre Zelte zum Beispiel auch auf dem Can-statter Wasen auf. Diese sind immer tipptopp und auf dem neuesten Stand.

Was werden Sie auf andere Weise machen in Schriesheim als Ihr Vorgänger, der "Göckelesmaier"?

Da muss man ganz vorsichtig sein. Der Mathaisemarkt ist ja eine gewachsene Struktur. Ich habe mir hier dieses Jahr alles vier Tage lang angeschaut. Das Fest hat eine gute Tradition. Man tritt da in gewisse Fußstapfen. Im ersten Jahr sollten wir erst mal unseren Job machen und nicht viel verändern. Danach sieht man schon, wo man etwas verändern kann, wo die Potenziale sind. Außerdem habe ich den Eindruck, dass der Marktausschuss das Fest sehr gut im Griff hat.

Was ist anders in Schriesheim als anderswo?

Ich habe noch auf keinem Fest gesehen, dass eine Stadt so viele Veranstaltungen in ihrem Festzelt selber organisiert, angefangen beim Krönungsabend über die Box-Matinee bis hin zur Mittelstandskundgebung oder dem Vereinsabend. Das kannte ich so gar nicht. Es ist ein Teil der erfolgreich gewachsenen Strukturen, die ich ansprach. Da sollte man nie etwas verdrehen wollen.

Der Vorsitzende des hiesigen BDS, Rolf W. Edelmann, hat angeregt, im Festzelt künftig auch Bier auszuschenken. Bürgermeister Hansjörg Höfer und die Winzergenossenschaft bestehen darauf, dass es ausschließlich beim Weinausschank bleibt und das Bier vor der Tür angeboten wird. Was sagen Sie?

Ich kenne das eigentlich so gar nicht. In Wiesloch hatten wir jetzt großen Erfolg mit dem Angebot von Wein und Bier. Der Wein kam vom Wieslocher Winzerkeller, das Bier von Dachsenfranz. Aber jedes Fest ist eben anders.

Die dortige Genossenschaft hat das so mitgetragen?

Ja, der Vorstandschef Jürgen Bender fand es richtig gut. Wir konnten dadurch ein neues Kundenpotenzial erschließen, das irgendwann auch auf Wein umsteigt. Nebenbei bemerkt: Dachsenfranz war Italiener. Wer sagt, dass er nicht auch Wein getrunken hat? Zudem haben wir es in der Wieslocher Festhalle mit VIP-Logen und einem All-Inclusive-Angebot probiert. Das war auch eine gute Sache. Zudem hatten wir die Bühne in der Mitte. Da ist man einfach näher am Publikum.

Zum Programm: Welche Musik werden Sie anbieten? Haben Sie Bands, auf die Sie vertrauen?

Sicher. Auch da muss man nichts neu erfinden. Wir haben die richtige Mischung für gute Laune und für jedes Alter.

Die Grünen haben entweder gegen Ihr Engagement in Schriesheim votiert oder sich enthalten, weil im Jahr 2007 ein Tribute-Festival zu Ehren der Band "Böhse Onkelz" auf Ihrem Gelände veranstaltet wurde. Die Grünen verlangten, dass Sie sich davon öffentlich distanzieren, zumal der Gruppe die Nähe zu Rechtsrock und Rechtsextremismus vorgeworfen wurde. Was sagen Sie dazu?

Ich bin total überrascht. Von diesem Vorwurf habe ich im Vorfeld nie etwas gehört. Mit mir hat keiner gesprochen. Wie kann man das nach so langer Zeit nur heranziehen? Die "Böhsen Onkelz" waren damals schon lange aufgelöst, und es haben nur Coverbands gespielt. Das Festival dauerte von Donnerstag bis Sonntag, und ich war nur Gastronom und hatte das Gelände an eine Agentur vergeben. Wir haben 16 Hektar hier, 18 000 Leute waren da, es gab 8500 Zeltübernachtungen. Die Veranstalter ließen mich über die Dimensionen zuvor etwas im Dunkeln. Es ist aber an allen Tagen nichts passiert. Ich habe diese Veranstaltung ein Mal gemacht, danach nie mehr, obwohl wirklich viele, auch Vereine, Metzger, Bäcker und Einzelhändler, sagten: "HP", warum hast Du nicht weitergemacht?

"HP"?

"HP" steht für Hans-Peter. So nennen mich viele.

Und was war mit den "Böhsen Onkelz" und den Vorwürfen?

Wie gesagt, die Band gab es schon damals lange nicht mehr, und damit auch die Debatten. Ich kann für mich nur sagen: Ich habe mich niemals auch nur einen Millimeter der rechten Szene hingegeben. Ich bin CDU-Mitglied, Thomas Strobl (CDU-Landesvorsitzender, Anm. d. Red.) ist ein Freund von mir. Ich bin Gastronom und Veranstalter, habe damals diese eine Veranstaltung probiert und seitdem nie mehr. Diese ganzen Vorwürfe, von denen ich erstmals höre, sind an den Haaren herbeigezogen. Aber auch die Grünen werden sehen, was wir machen, wenn wir in Schriesheim antreten. Und auch Sie werden sehen, wer wir sind. Was wir machen, hat Hand und Fuß. > Kommentar

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung