05.11.2012

Sicherheit nimmt beim Tunnelbau viel Raum ein

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Eine gute Ortskenntnis ist für die Feuerwehr im Einsatzfall immer ein Vorteil. Gerade auf Baustellen ändert sich die Lage ja fast täglich. Je größer und unübersichtlicher eine Baustelle zudem ist, desto wichtiger ist eine gute Ortskenntnis für die Retter, um im Ernstfall orientiert zu sein - gerade bei starker Rauchentwicklung. Das spürt die Feuerwehr Schriesheim zurzeit beim Bau des Branichtunnels und reagiert darauf mit regelmäßigen Ortsbegehungen. Ein Mal im Quartal schauen sich die Feuerwehrleute vor Ort um und werden dabei von Fachleuten der Firma Züblin, die den Tunnel baut, instruiert. Kürzlich war es wieder soweit.

Feuerwehrkommandant Oliver Scherer sowie 15 Kameraden, hauptsächlich die Zug- und Gruppenführer, waren dabei. "Es ist doch immer wieder interessant, wie sich die Gegebenheiten im Tunnel so rasant ändern. Im Moment hat der Haupttunnel eine länge von 750 Metern, und der Rettungsstollen ist 650 Meter lang", sagte Scherer anschließend. Im Hauptstollen haben die Mineure fast die Hälfte der Strecke im bergmännischen Vortrieb hinter sich.

Im Rahmen der Begehung gab es für die Feuerwehrleute auch eine Einweisung in die beiden Flucht- und Rettungscontainer im Berg. Sie müssen die Sicherheitsräume im Einsatzfall in Betrieb nehmen können: "Sei es, um andere zu retten oder sich selbst, falls den Kameraden der Fluchtweg abgeschnitten sein sollte", erläuterte Scherer. Die Rettungscontainer selbst verfügen über jede Menge Sicherheitstechnik: etwa Wärmeschutz und Telekommunikation, eine eigene Sauerstoffversorgung, ein Gerät zum Messen der Gaskonzentration vor dem Container zur Abschätzung der Explosionsgefahr, eine Toilette, Getränke: "Darin kann man mühelos mehrere Stunden überstehen", so Scherer. Die jüngste Begehung dauerte gut eineinhalb Stunden. Die nächste planmäßige Visite, beziehungsweise Übung ist nach Aussage des Kommandanten im Frühjahr 2013 vorgesehen.

Schon in dieser Woche beginnen dagegen die Arbeiten zur Herstellung der Baugrube am zukünftigen "Notausgang fünf" des Branichtunnels gegenüber von Kling-Malz. Deshalb muss die Talstraße im Bereich der Mälzerei ab dem heutigen Montag für etwa vier Wochen in Fahrtrichtung Schriesheim halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr wird in dieser Zeit mit einer Baustellenampel geregelt und an der Baustelle vorbeigeführt.

Während dieser Arbeiten wird der Hangbereich rund um den späteren Notausgang Stück für Stück abgetragen und mit Spritzbeton gesichert. Das Regierungspräsidium Karlsruhe bittet für die Belastungen und Behinderungen der Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung