27.11.2012

Die Ideen der Bürger bekommen ihren Platz

Die Ideen der Bürger bekommen ihren Platz

Das Gestaltungskonzept für den nördlichen Platz an der Unterführung. 'Blumenförmig' eingezeichnet sind die Lichtkegel der neuen Laternen. Plan: Stadt Schriesheim
Von Carsten Blaue

Schriesheim. Das OEG-Areal gleicht zurzeit einer großen Brache. Die alten Begrünungen wurden abgeholzt, die Asphaltflächen der Wendebereiche sowie das Tor an der Theodor-Körner-Straße zurückgebaut. In der Schillerstraße zeugt der aufgerissene und wieder zugeschüttete Fahrbahnbelag noch von der Kanal- und Trinkwassersanierung. Langsam könnte es also losgehen mit der Neubebauung des OEG-Geländes. Doch wann Bouwfonds, Burkhardt/Witteler und die ZG Raiffeisen mit ihren Gebäuden anfangen, ist noch nicht sicher. Vielleicht ist der Spatenstich für den neuen Raiffeisenmarkt ja im Januar oder Februar. Man wird sehen. Fest steht: Die Verwaltung will vorbereitet sein, was die zwei Plätze angeht, die am nördlichen Ende sowie auf Höhe des Bahnhofs unter städtischer Regie gestaltet werden sollen. Daher liegen dem Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch die endgültigen Entwürfe zur Verabschiedung vor. Insgesamt geht es um etwa 3400 Quadratmeter Fläche.

"Wir wollen die Planung vorantreiben, um schnell reagieren zu können", sagte Stadtbaumeisterin Astrid Fath am Montag im Pressegespräch. Die Plätze könne man letztlich zwar erst nach der Neubebauung fertigstellen. Aber was vorher getan werden kann, soll auch erledigt werden. Abgesehen davon ist die Stadt mit den Vorarbeiten ja auch noch nicht fertig. Die beschlussreifen Entwürfe sind erst die Basis für die Ausführungsplanung.

Beide Plätze orientieren sich noch immer stark an den Vorschlägen aus der Bürgerbeteiligung. Am nördlichen Quartierende ist ein Bouleplatz geplant, dazu treppenartige Aufenthaltsmöglichkeiten an der Einfassung der Unterführung, die auch optisch ansprechend gegen Abstürze gesichert werden soll. Das bedarf aber noch näherer Überlegungen.

Der südliche Platz soll einen Arkadengang bekommen und "Bänder" im Betonsteinpflaster, die die Sichtachsen Richtung Burg und Innenstadt betonen. Vom Gestaltungsbeirat ausgesucht ist auch die Beleuchtung. Dreieck-Mastleuchten sollen die Plätze in blütenförmige Lichtkegel tauchen. An den Gehwegen und in der Schillerstraße schlanke Masten mit schmalen, schildförmigen LED-Leuchten. Hier wie dort wird das Licht gedeckt weiß sein - und nicht orangerot: "Die Beleuchtung wollen wir noch in der dunklen Jahreszeit installieren", so Fath.

Es gibt auch noch offene Fragen. Etwa, wo es welche Sitzgelegenheiten oder vielleicht sogar Spielgeräte geben soll. Oder wo wie viele Fahrradständer gebaut werden. Etwa 100 sollen es werden, darunter eventuell auch abschließbare Mietstellplätze: "Das ist ein Wunsch aus der Bevölkerung", sagte Fath: "Zurzeit werden ja relativ viele Fahrräder am Bahnhof geklaut."

Zwar ist vertraglich geregelt, dass es öffentliche Toiletten (wohl auch inklusive Behinderten-WC) im Gebäude von Burkhardt/Witteler geben soll. Aber wie und wo diese zugänglich sein sollen, ist unklar. Dazu Faths Kritik: "Uns liegt bisher keine differenzierte Bauplanung vor, obwohl wir mehrfach beim Investor angefragt haben. Es wäre schön, wenn sich dieser dazu mal äußern könnte."

Bleibt die Frage der Kosten. Vergangenes Jahr wurden sie mit rund 2,5 Millionen Euro kalkuliert. Fath bezifferte den städtischen Anteil an der Platzgestaltung mit etwa 1,1 Millionen Euro - nach "ganz, ganz grober Schätzung." Dabei berücksichtigte Fath bereits die Fördermittel in Höhe von bis zu 150 Euro pro Quadratmeter, die aus dem Landessanierungsprogramm zu erwarten sind.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung