04.12.2012

Jetzt ist wieder 'vor dem Mathaisemarkt'

von Carsten Blaue

Schriesheim. Festzeltwirt Hans-Peter Küffner ist neu beim 434. Mathaisemarkt vom 1. bis 10. März 2013. Ansonsten ändert sich eher wenig. Am Montagabend billigte der Marktausschuss das Programm und den Vergnügungspark für das erste große Weinfest des Jahres in der Region. Doch es blieben auch offene Fragen.

Unbeantwortet blieb, was der Kulturkreis (KKS) in seiner Kunstausstellung bieten wird. Der Verein war nicht vertreten. Auch Küffner fehlte. So ist unklar, welche Bands er beim Mathaisemarkt in seinem Festzelt spielen lässt. Da werde man im Januar konkreter, meinte Bürgermeister Hansjörg Höfer. Unvergessen ist die Kritik der Grünen im Gemeinderat, die Küffner vorgeworfen hatten, dass der Langenbrettacher schon mal Coverbands der umstrittenen "Böhsen Onkelz" auf seinem Terrain hatte spielen lassen.

Ungeklärt ist auch, wo die Macher des Mathaisemarktlaufs ihren Regiestand haben werden. Bisher war er auf der Dachterrasse des Zehntkellers, die beim Mathaisemarkt aufgrund ihrer maroden Statik allerdings gesperrt werden soll. Noch keine Aussage traf Höfer, was aus dem Dienstagabend im Zelt wird. Nach seinem Amtsantritt im Jahr 2006 hatte er mit "Schriese rockt" Hoffnung auf höheres Unterhaltungsniveau gemacht, die nur wenige Jahre hielt. Am Montag sagte er: "Ich wäre nicht böse, wenn es der Festzeltwirt macht. Es ist schwer, es am Dienstag voll zu bekommen. Und bekannte Musiker kosten viel Geld." Weitere Fragezeichen: Gibt es den "Abend der Vereine" wieder? Und wer kommt zur Mittelstandskundgebung? "Die Bundeskanzlerin kommt nicht", sagte Schriesheims BDS-Chef Rolf W. Edelmann. Doch es gab auch Antworten an diesem Abend.

Etwa, dass der BDS wieder zum Verkaufsoffenen Sonntag nicht am ersten, sondern am zweiten Wochenende einlädt: "Das wurde gut angenommen." Oder dass der BDS, der Bund der Selbstständigen, für seine Gewerbeschau wieder mehr Anfragen von Geschäftsleuten hat, darunter alleine 15 Firmen, die noch nie dabei waren. Edelmann gefiel's.

Ebenso gefallen wird Beliebtes wie die Modenschau, das "Schul-Duell" am Kindernachmittag, der Altenfrühschoppen oder das Mathaisemarkt-Boxen des KSV - dieses Mal mit dem U 19-Vergleichskampf Deutschland gegen Irland. Auch das Schleppergeschicklichkeitsfahren oder das Fanfarenzugtreffen gehören am zweiten Wochenende dazu.

Hier warnte Horst Schütze: "Dieses Jahr war die Beteiligung der Fanfarenzüge ganz, ganz mager." Höfer müsse da frühzeitig nachhaken. Dieser erwiderte: "Manche sagen drei Tage vorher ab und bekommen woanders auch mehr Geld für den Tag als bei uns." Von Jutta Becker (FW) wurde moniert, dass der Festzug am ersten Sonntag immer so auseinandergezogen daher komme. Ob's an den Moderatoren liege, die die Nummern auch 2013 wieder kommentieren werden? Dazu sagte Karl-Heinz Schulz, einer der Moderierer: "Nein. Wir halten keinen an." Am Historischen Rathaus gebe es immer "ein Loch", bestätigte Schütze die Erfahrungen Beckers. Letztlich befand man, dass gerade auch die Traktoren aus Sicherheitsgründen manchmal sehr langsam fahren. "Vielleicht sollte man ihre Größe begrenzen", so Schulz. Höfer sah den Vergnügungspark als Ort des Auseinanderreißens für den Festzug, der das Motto "Schriesheim im Land der Dichter und Denker" haben wird: "Da kreuzen die Leute den Weg auch." Sie werden sich nächstes Jahr an viel Rummel erfreuen können, wie Marktmeistertochter Ariane Bruch-Haas verdeutlichte. Neben allem, von der Fritten- bis zur Losbude, wird es neun Fahrgeschäfte für Groß und Klein geben, darunter erstmals die Familienachterbahn "Twister". Insgesamt kommen 45 Beschicker.

Zum Mathaisemarkt gehört der Rummel inzwischen dazu, wie die Weinhoheiten, die am 22. Februar vorgestellt werden, oder das Feuerwerk des BDS zum Schluss - nächstes Jahr mit einem Extra: "Rote Lawa wird aus den Schießscharten fließen. Das hatten wir vor 15 Jahren schon mal", so Edelmann. Das ist aber kein preiswertes Vergnügen. Kostspielig werde auch die Installation neuer Stromanschlüsse am Festplatz, warnte Höfer den Gemeinderat schon mal vor: "Da kommen wir aber nicht drum herum." Das sollte seine Stimmung aber nicht trüben. Schließlich beginne nun wieder Schriesheims Zeitrechnung: "Jetzt ist wieder 'vor dem Mathaisemarkt'", so Höfer.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung