05.12.2012

Mehr Platz, mehr Angebot, mehr Kunden

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Nach dem ersten Jahr sollte Bilanz gezogen werden. So war es verabredet. Also berichtete Wirtschaftsförderer Torsten Filsinger im Marktausschuss, wie sich der neue Wochenmarkt in der Kirchstraße macht. Umgezogen war er und kam quasi um die Ecke aus der Heidelberger Straße. Filsingers Fazit: Der neue Standort passt.

In der Kirchstraße haben die Beschicker mehr Platz. Und mehr Platz bedeutet mehr Angebot. Das mögen die Kunden. Zudem kommt der Markt dem Durchgangsverkehr vor dem Historischen Rathaus nicht mehr in die Quere. Musste die Heidelberger Straße zuvor immer offen bleiben, ist die Kirchstraße zur Marktzeit am Samstag für den Verkehr gesperrt. Bummeln also ohne Autos.

Daher sagte Filsinger: "Die Rückmeldungen von Betreibern und der Kundschaft sind positiv." Und das Angebot stehe nicht in Konkurrenz zu angestammten Geschäften in der Innenstadt.

Gleichwohl sei die Skepsis am Anfang bei manchen groß gewesen, blickte Schriesheims Vorsitzender des Bundes der Selbstständigen (BDS), Rolf W. Edelmann zurück: "Doch das hat sich alles geändert. Selbst Peter Jäck, der vorher ein Gegner des Umzugs war, sieht das inzwischen als idealen Schritt an." Edelmann hatte zudem einen Kundenzuwachs auf dem Markt festgestellt.

Gab es in der Heidelberger Straße im Schnitt vier Stände, sind es in der Kirchstraße meist um die sieben. Mit Luft nach oben: "Wir haben noch Platz", so Filsinger. Heute findet man auf dem Wochenmarkt unter anderem Marmeladen und Öle, Fleisch- und Wurstwaren, Geflügel, Gemüse, türkische Feinkost, Käse und im Sommer Blumen. Die Fluktuation der Standbetreiber sei nicht schlecht, meinte Edelmann. Manche kämen eben nur ab und zu nach Schriesheim.

Außerdem gibt es Aktionen auf dem Wochenmarkt. So boten kürzlich Schüler im Rahmen eines Wirtschaftsprojekts Kerzen und Gestecke zum Verkauf an, wie Filsinger auf RNZ-Nachfrage berichtete.

Auch die Winzergenossenschaft (WG) schenkte hier schon mal aus. Zur Premiere des neuen Wochenmarkts am ersten Adventswochenende des vergangenen Jahres präsentierten die Genossen ihren taufrischen St. Laurent "No. 1". Weitere Aktionen dieser Art konnte sich WG-Geschäftsführer Harald Weiss durchaus vorstellen. "Wir haben auch die anderen Winzer eingeladen, sich zu präsentieren", ergänzte Edelmann. Aber bisher zog nur die WG.

Was der BDS-Chef bedauerte: Der Putenmann hat zum Jahresende gekündigt. Dass er nicht mehr kommen wird, konnte Edelmann nur schwer nachvollziehen: "Aber das muss er selbst wissen. Wir können das auf jeden Fall kompensieren." Übrigens: Der Wochenmarkt wird nur am Weihnachtswochenende nicht stattfinden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung