04.11.2013

Wer zügig liest, ist klar im Vorteil

Bürgermeister Hansjörg Höfer und Ruth Schneider, Leiterin der Stadtbibliothek, testeten die neue 'Onleihe'. Höfer interessierte sich dabei auch für das Angebot an Reiseführern. Foto: Dorn
Bürgermeister Hansjörg Höfer und Ruth Schneider, Leiterin der Stadtbibliothek, testeten die neue 'Onleihe'. Höfer interessierte sich dabei auch für das Angebot an Reiseführern. Foto: Dorn

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Noch sind die Bestände überschaubar, die der Verband "Metropolbib" seinen Lesern anbietet: 350 Kinder- und 816 Jugendbücher, 609 Medien zum Thema "Schule und Lernen", 3747 unter der Rubrik "Sachmedien und Ratgeber" sowie 3129 im Bereich "Belletristik und Unterhaltung".

Gleichwohl ist es ein Anfang, sieht Stadtbibliotheks-Leiterin Ruth Schneider das neue Medium "E-Book-Reader" im Kommen: "Es ist immer mehr gefragt, man sieht die Leute damit in der Straßenbahn oder im Restaurant." Um den Schriesheimer Lesern etwas zum Herunterladen auf ihre elektronischen Lesegeräte, Tablets oder Smartphones anzubieten, hat sie sich deshalb im Januar beim Gemeinderat für den Beitritt zur "Metropolbib" stark gemacht: einem Bibliotheks-Zusammenschluss als logische Fortsetzung der "Metropol-Card", die seit 2011 die Nutzung aller beteiligten Bibliotheken mit nur einem Ausweis ermöglicht. Egal, ob man sie oder den Schriesheimer Bibliotheksausweis besitzt: Beides berechtigt zur Ausleihe über das Internetportal www.metropolbib.de.

Rund um die Uhr kann man auf diese Weise vom eigenen Rechner oder zu den Öffnungszeiten vom büchereieigenen Internetzugang auf die dort angebotenen Medien zurückgreifen.

Das interessiert auch einige Leser, die mit Sekt auf den Beginn des neuen Angebots mit Schneider und Bürgermeister Hansjörg Höfer anstoßen. Der Rathauschef lobt das Engagement des Bibliotheks-Teams und betont, dass Schriesheim, was die Ausleihen angehe, Spitzenreiter sei. "Wie wird sich jetzt das Lesen entwickeln oder verändern?", wirft er eine Frage auf, die sich der eine oder andere beim Anblick der Reader ebenfalls stellen mag. Drei von ihnen stehen in 14 Tagen zum Ausleihen und für einen kostenlosen Selbstversuch mit dem Medium bereit. Wie die Handhabung des Internetportals und die Ausleihe funktionieren, kann man in einem Ratgeber nachlesen, den Karin Treuter und Britta Sarnau von der Stadtbibliothek erarbeitet haben. "Wir bieten aber auch Schulungen an, wenn Interesse besteht", sagt Schneider.

Eine erste Einführung bekommt Höfer, der die Bedingungen der "Onleihe" am Bildschirm erfährt. 14 Tage ist die Leihdauer, dann löscht sich die herunter geladene Datei automatisch; bis zu 15 Medien kann man ausleihen.

"Man muss zwar schnell lesen, aber dafür gerät man beim Ausleihen auch nicht in Verzug oder muss Gebühren zahlen", erklärt Schneider.

Ob man ein Buch bekommt, sieht man auf der Übersicht: Ein roter Punkt bedeutet, dass die Datei entliehen ist, man sich aber vormerken lassen kann. Pünktlich zum festgesetzten Zeitpunkt erscheint die Datei dann auf dem heimischen PC, von wo aus man sie auf das Lesegerät herunterladen kann.

Während Höfer sich noch durch die Angebote unter den Reiseführern klickt, tauschen einige "Ausleih-Profis" Erfahrungen aus. "Ich finde es gut, dass man auch Zeitschriften herunter laden kann", meint einer. Er lese mitunter nur einen oder zwei Artikel in ansonsten teuren Heften, die könne man dann aber für eine begrenzte Zeit ebenfalls auf den PC laden und zum Teil sogar ausdrucken.

Solche Medien kann man für eine Stunde bis zu einen Tag ausleihen. Und damit sich ein spannendes Buch nicht nach 14 Tagen löscht, und man dann quälende Wochen mit Warten auf die Fortsetzung verbringt, gibt es noch einen heißen Tipp: "Ehepartner können sich ja abwechselnd mit ihren Ausweisen für ein Buch vormerken lassen."

Fi Info: Ausweise für die Stadtbibliothek berechtigen zur "Onleihe". Sie kosten 15 Euro im Jahr für Einzelpersonen - und 18 Euro für Paare.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung