10.11.2013

"Vielleicht bringt der Tunnel ja auch 3000 Kunden mehr"

"Vielleicht bringt der Tunnel ja auch 3000 Kunden mehr" Optiker Uli Groß ist nach Weinheim umgezogen. Auch sein Kollege Stergos Hatjigeorgiou aus dem 'Augenzentrum' (l.) bezieht neue Räume, bleibt Schriesheim aber treu. Im April soll sein neues Geschäft am Standort der heutigen Raumausstattung Höfer fertig sein. Fotos: Dorn

Schriesheim. (sk) "Ja, wir ziehen um", sagt Stergos Hatjigeorgiou. Der Optikermeister ist bereits das zweite Mitglied seiner Zunft, dass sich in absehbarer Zeit räumlich verändern will. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Uli Groß, über den die RNZ gestern berichtete, wollen Hatjigeorgiou und seine Frau Vicky aber am Ort bleiben und mit ihrem Geschäft in die Talstraße ziehen.

Wo derzeit noch das Raumausstattungsgeschäft Höfer untergebracht ist, will der Optiker seinen neuen Laden eröffnen. "Wir müssen uns vergrößern, der Platz hier reicht uns einfach nicht mehr", erklärt Hatjigeorgiou, der im neuen Haus gleich zwei Etagen nutzen will: das Erdgeschoss für den Verkauf und den ersten Stock für neue, optometrische Leistungen. Die Räume werden derzeit entrümpelt, dann rücken die Bauarbeiter an. In der Fertigstellung des Branichtunnels sieht er keinen Nachteil für das Geschäftsleben, schon gar nicht für die Talstraße: "Sie soll dann ja beruhigt werden." So könnten ihn seine Kunden bequem zu Fuß erreichen, "ohne Angst, überfahren zu werden."

Von Spekulationen, wie viele Käufer aus dem Odenwald oder den Ortsteilen durch den Tunnel an Schriesheim vorbei fahren könnten, hält Hatjigeorgiou wenig: "Es könnte schließlich auch sein, dass uns der Tunnel 3000 Kunden mehr bringt." Er blickt optimistisch in die Zukunft und arbeitet jetzt daran, seine neuen Räume aufzuwerten und ihnen ein ansprechendes Gesicht zu verleihen: "Denn wenn wir in Schriesheim nichts machen und passiv bleiben, dann kommt der Tunnel, und wir gehen alle ein." Sein Bekenntnis zu Schriesheim ist mit einem gewissen Aufwand verbunden, wie der Optikermeister berichtet: "Das Dach wird neu gemacht, die Fenster, die Heizung, die Raumaufteilung, und die Fassade wird gestrichen." Dafür brauche er ein Gerüst, das möglicherweise mal auf dem Gehweg stehen müsse. Er glaubt aber nicht, dass die Straße am Haus unterhalb der Einmündung der Heidelberger Straße dafür halbseitig gesperrt werde: "Das geht anderswo doch auch ohne Sperrungen."

Wer sein Nachfolger im jetzigen Geschäft in der Kirchstraße 16 werden wird, weiß Hatjigeorgiou nicht. Er ist auch gedanklich schon bei den Bauarbeiten, die im Dezember beginnen sollen. Im April, so hofft der Optikermeister, könnte dann alles fertig und der Umzug abgeschlossen sein.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung