10.12.2013

Schriesheim: Selbstständige üben Kritik an "beratungsresistenten" Geschäftsleuten

Schriesheim. (sk) "Solche Gespräche sind für mich normal", sagt Uli Sckerl. Der Landtagsabgeordnete trifft im Gasthaus "Zum weißen Lamm" mit Rolf W. Edelmann, dem Vorsitzenden des Schriesheimer Bund der Selbstständigen (BDS), zusammen. Doch für den ist das Unternehmergespräch mit dem Grünen und den Grünen-Stadträtinnen Gisela Reinhard und Fadime Tuncer nicht ganz so "normal". Hat er es doch im BDS mit Kritik zu tun, wie er berichtet: "Wir hatten deshalb zwei Austritte von langjährigen Mitgliedern."

"Da könnte man doch durch ein Gespräch viel bewirken", bedauert Sckerl, dass die beiden nicht anwesend sind. Er wolle hören, wo vor Ort der Schuh drücke, sagt er und hört zu. Edelmann berichtet von der Situation in der Heidelberger Straße und seinen Versuchen, die Ladeninhaber zum Mitmachen bei Aktionen wie den Verkaufsoffenen Sonntagen zu bewegen: "Manche waren mit Herzblut dabei, andere haben lieblos mitgemacht, wieder andere hatten zu." Er ist frustriert über die "beratungsresistenten" Kollegen, die sich aber beschwerten, dass nichts getan werde. Generell sei die Region nicht arm, das Handwerk habe derzeit goldenen Boden, die Mitglieder-Verteilung im BDS, so seine Auskunft auf Nachfrage, sei gemischt: "Handwerker, Industrie, Anwälte, Gewerbetreibende, bei uns ist alles vertreten." Auch politisch gebe es nicht mehr wie früher bestimmte Schwerpunkte.

Entgegen seiner Skepsis habe sich der "Schriesheimer Strahler" zu einem Renner entwickelt: "Er bindet hier zwischen 20.000 und 25.000 Euro Kaufkraft und zieht noch mal das 20- bis 25-fache nach. Das ist eine tolle Sache, ich verstehe nicht, warum da einzelne Geschäfte nicht mitmachen". Ganz vorne mit den Verkaufszahlen der Schriesheimer Einkaufswährung seien Geschäfte wie die Bäckerei Heiß, der Laden der Winzergenossenschaft, aber auch die "Perseria". Das Problem des Einkaufens in Schriesheim nach Tunnel-Öffnung spricht Sckerl an.

Er schlägt vor, die Talstraße in verschiedene Abschnitte zu teilen und Stück für Stück zu sanieren. Es gebe mindestens drei Förderprogramme von Bund und Land, für die sich die Stadt bewerben könne. Schon jetzt sollte ein städtebaulicher Wettbewerb stattfinden, wie die Talstraße dann aussehen könnte und was von Bürgern gewünscht werde: "Das Ziel ist ja, dass Lebensqualität zurück kommt in das Viertel."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung