05.02.2014

Artistenduo mit Luftakrobatik ganz weit oben

Artistenduo mit Luftakrobatik ganz weit oben

Das Artistenduo Avital und Jochen Pöschko gewann die Silbermedaille am Schwungtrapez beim Festival "Cirque de Demain", einem der größten Ereignisse in der Zirkuswelt.

Von Silke Beckmann

Ladenburg/Schriesheim. Sie agieren weltweit, nun wurde ihr luftakrobatisches Können mit einer ganz besonderen Auszeichnung honoriert: Beim Zirkusfestival "Cirque de Demain" (Zirkus von Morgen) in Paris gewann das Artisten(ehe)paar Jochen und Avital Pöschko mit seiner Duoschwungtrapeznummer kürzlich eine Silbermedaille. Die Freude war riesengroß, denn "das zeichnet uns als Artisten auf internationalem Niveau aus", erklärte Jochen Pöschko, Profi seit knapp zehn Jahren, der in Schriesheim aufwuchs und damals regelmäßig nach Ladenburg radelte, um an der Zirkus-AG des Carl-Benz-Gymnasiums teilzunehmen.

Jenes seit 1977 stattfindende Festival stellt vielversprechende junge Zirkuskünstler verschiedener Disziplinen vor, gilt heute als bedeutendste Veranstaltung für Nachwuchsartisten und diente in der Vergangenheit schon so mancher bekannten Größe als Karrieresprungbrett. Auch die Pöschkos konnten hier wichtige Kontakte knüpfen. "Außerdem hat es natürlich riesig Spaß gemacht, vor so einer Kulisse auftreten zu können - bei jeder unserer Shows waren über 3000 Zuschauer da", schwärmt Pöschko. Wobei das Festival durchaus als harter Wettbewerb bezeichnet werden kann; immerhin werden unter 1000 Bewerbern lediglich 20 Teilnehmer ausgewählt. Insofern hat allein das Dabeisein den Eltern zweier kleiner Kinder schon viel bedeutet.

Vorbereitet haben sich die beiden Trapezkünstler, die seit 2008 zusammenarbeiten, seit Anfang November in Montreal und dort mit ihrem Trapezlehrer Victor Fomin trainiert, dessen Ehefrau Elena die Choreographie erarbeitete. Die Kostüme kreierte eine ebenfalls dort ansässige Modedesignerin, während Avital Pöschkos Bruder David Goo die Musik schrieb. Beim Festival Ende Januar schließlich, bei dem Avital Israel und Jochen Deutschland vertrat, bewertete eine Jury aus Zirkusprofis die jeweils zweimal gespielten Shows.

Bis Ende September haben die beiden Artisten zunächst noch ein festes Engagement im Schweizer Winterthur, wo die Produktion "Cyclope", eine Hommage an Jean Tinguely, gespielt wird.

Pausiert wird im Juni, und es ist gut möglich, dass in dieser Zeit unter dem Dach des Vereins "PFiFF" wieder der eine oder andere Zirkus-Workshop unter professioneller Leitung in Ladenburg stattfinden wird. Zwei Projekte dieser Art hatten im vergangenen Jahr bei vielen Kindern, die einmal echte Zirkusluft schnuppern und erste Schritte am Trapez machen wollten, großen Anklang gefunden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung