10.02.2014

Schriesheim hat viele erfolgreiche Sportler

Die Ehrung wurde zu einer Marathonveranstaltung - Mannschaften und einzelne Sportler wurden vorgestellt

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. "Ich glaube, das sind jetzt die Letzten", raunte der Junge seinem Vater zu. Da dauerte die gestrige Sportlerehrung bereits anderthalb Stunden, und der Junge begann ungeduldig zu werden. Er sollte sich irren. Bürgermeister Hansjörg Höfer bat nacheinander Vertreter aller geehrten Mannschaften beziehungsweise die einzelnen Sportler nach vorne, wo er sie dem Publikum vorstellte und Fragen an sie richtete nach Trainingszeiten, den Besonderheiten ihres Sports und danach, wie sie zur jeweiligen Sportart gefunden hätten.

Es zeigte sich, dass oftmals die Eltern einen gewissen Einfluss auf die Entscheidungsfindung hatten: Gestern wurden nicht wenige Kinder und Enkel bekannter Schriesheimer Sportler ausgezeichnet, gerade beim Ringen, einmal aber auch bei der relativ neuen Sportart Floorball. Geehrt wurden zudem Sportler des MSC Altenbach, Leichtathleten und Sportschützen wie Sofia Hartmann, deren Opa Ehrenbürger Peter Hartmann ebenfalls im Publikum saß. Vertreten waren Mitglieder des Vereins Blau-Silber Ladenburg, des Weinheimer Tauchclubs "Octopus" sowie Triathletin Claudia Lörsch (die RNZ berichtete).

Durch vier gekonnte Liedbeiträge der Musikschüler Marisa Maxein und Joscha Ilmberger wurde der Vormittag aufgelockert, durch eine Pause wieder in die Länge gezogen: Nicht nur der Junge auf seinem Sitz wurde ungeduldig, sondern auch die, die an diesem Vormittag im vollen Feuerwehrsaal keinen Platz fanden und stehen mussten.

Ganz zum Schluss gab es drei "Plaketten für außergewöhnliche Verdienste". Die erste ging an Renate Krämer, die seit 1978 im KSV aktiv ist, zuerst als Pressesprecherin, seit 1983 als Geschäftsführerin.

Vereine, so Höfer, bräuchten Menschen wie Krämer: "Menschen, die verlässlich und uneitel sind und immer für den Verein stehen." Zwischen zwei- und viermal pro Woche arbeite sie in der Vereinsgeschäftsstelle, erklärte Krämer, was Höfer kommentierte mit "Ehrenamt am Anschlag."

Ebenfalls beim KSV, wurde Werner Kranz als langjähriger Abteilungsleiter Boxen geehrt, aber auch als derjenige, der den Sport 1966 im Verein etablierte und die Abteilung bis 1992 leitete.

Daneben war Kranz Bauleiter der KSV-Halle und initiiert seit Jahren die Box-Matinee am Mathaisemarkt. Als Geschäftsführer im Badischen Boxverband begleitete er die Fusion zum Verband Baden-Württemberg und bereitet bereits jetzt das Jubiläumsjahr 2016 vor, wenn die Boxabteilung 50 Jahre alt wird.

Die einzige "nicht-sportliche" Ehrung des Tages ging an Claudia Ebert. "Sie ist eine wichtige Trägerin der Partnerschaft", sagte Höfer über die seit 1984 amtierende Geschäftsführerin des Partnerschaftsvereins. Den tieferen Sinn dieser Partnerschaft sah Ebert in der Völkerfreundschaft, in einer Friedenspolitik, die von vielen Freundschaften "ganz normaler" Menschen getragen werde und die letztlich die Akzeptanz der Andersartigkeit bedeute.

Im Jubiläumsjahr mit 30 Jahren Städtepartnerschaft plane der Verein einen Festabend am 30. Mai, außerdem eine Kultur- und eine Jubiläumsfahrt, erklärte Ebert. Die sie - wie seit 1989 - wieder organisiert.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung