20.02.2014

Die "Blühende Badische Bergstraße" liegt auf Eis

Der BUND kritisiert die "schleppende Umsetzung" des Konzeptes "Blühende Badische Bergstraße". Bis heute habe keine Besetzung des vorgesehenen Regionalmanagements stattgefunden.

Von Stefan Hagen
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Weinheim/Schriesheim/Dossenheim. Die Idee klingt richtig gut: Mehrere Städte und Gemeinden schließen sich zusammen, um für eine artenreiche, blühende Bergstraße zu sorgen. Biotope werden vernetzt - Nutznießer sollen Menschen und die Natur gleichermaßen sein. Die Weinberge gedeihen, Wanderwege werden erschlossen. Imker, Winzer, Landwirte, Bürger: Alle sind zufrieden. Und das Beste: 75 Prozent der Kosten des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) "Blühende Badische Bergstraße" werden vom Land Baden-Württemberg übernommen.

Die beteiligten Kommunen - Laudenbach, Hemsbach, Weinheim, Hirschberg, Schriesheim und Dossenheim - waren und sind von dem Konzept überzeugt. Doch jetzt ziehen dunkle Wolken über der Bergstraße auf: Die Umsetzung des Konzepts komme zu langsam voran, mosert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald, in einer Pressemitteilung.

Das Projekt liege seit einem Jahr auf Eis, da bis heute keine Besetzung des vorgesehenen hauptamtlichen Regionalmanagements stattgefunden habe.

Aus Sicht des BUND werde damit die Chance vertan, die Zusammenarbeit der Gemeinden entlang der Bergstraße zum Wohl von Mensch und Natur voranzubringen. "Man hat langsam das Gefühl, der Klimawandel schreitet schneller voran als die blühende Bergstraße", schreibt Gerhard Röhner, Naturschutzbeauftragter des BUND-Regionalverbands. Es sei unbegreiflich, wieso das Regionalmanagement nicht eingesetzt werde, obwohl die Aufgaben und Zeitpläne längst entwickelt seien. "Die Kommunen, der Landkreis und das Land Baden-Württemberg vertun hier wertvolle Zeit", ärgert sich Röhner.

Die Stelle des hauptamtlichen Regionalmanagers hätte eigentlich bereits Anfang 2014 besetzt werden sollen, bisher sei aber nichts dergleichen geschehen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Auch eine Ausschreibung sei bisher nicht erfolgt. Dies könne man absolut nicht nachvollziehen, legt Röhner den Finger in die Wunde.

Eine Nachfrage in Weinheim bringt Licht ins Dunkel. Die Stadt, als größte der beteiligten Kommunen, sei in Absprache mit den Kooperationspartnern zuständig für die Besetzung der Stelle, betonte Pressesprecher Roland Kern gegenüber der RNZ. Allerdings habe es ein Umdenken gegeben. Man wolle nun nicht mehr einen "Landschaftsmanager" einstellen, sondern eine Fachfirma mit der Angelegenheit betrauen, sagte Kern.

Die ganze Sache habe sich auch deshalb verzögert, weil noch kein endgültiger Förderbescheid seitens des Landes vorliege. "Wir haben nur mündliche Zusagen", so Kern, auf die man aber natürlich vertraue. Die Ausschreibung sei deshalb trotzdem rausgegangen - bislang hätten drei Firmen ihr Interesse bekundet. "Es gibt aber noch jede Menge bürokratische Hemmnisse, bis eine Entscheidung fallen kann", sagte der Pressesprecher. "Wenn es nach uns geht, ist die Angelegenheit bis Ende März in trockenen Tüchern."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung