24.02.2014

Zum Schriesheimer Stadtjubiläum "einen raushauen"

Die Weinprobe im Zehntkeller bewies: Die Winzer sind immer für Überraschungen gut

Schriesheim. (cab) Das Stadtjubiläum, es geht auch an den Winzern nicht spurlos vorbei. Das zeigte ihre Weinprobe im Zehntkeller zum Vesper aus der Festzeltküche von "HP" Küffner.

Den Anfang machte Peter Jäck mit einer feinherben Rotweincuvée "1250" in einer Flasche im Feuerwerksdesign. Dem stand der Wein im Geschmack in nichts nach. Aber ob die vierstellige Jubelzahl auf dem Etikett wirklich einen Rückschluss auf den Preis des Weines zuließ, wie Jäck andeutete? Es war nicht der einzige Scherz der launigen Winzerriege, in der Wilhelm Müller quasi der Dienstälteste ist. Seit rund 35 Jahren präsentiert er bei der Vorstellung der Weinhoheiten einen guten Tropfen, heuer einen 2012er Schwarzriesling Kabinett. Und seit Jahren wird Müller nicht müde, Anregungen zur Überarbeitung des Protokolls dieses Abends zu geben. So auch dieses Mal, und zwar mit Blick auf die neue Winzergeneration. Nächstes Jahr, so Müller, sollte man doch auch mal den Winzer des Ladenburger Weinguts Rosenhof, Matthias Schmitt, einladen. Dessen Wein wächst nämlich auch in Schriesheim.

Werbung für das Zehntkeller-Programm beim Mathaisemarkt machte WG-Geschäftsführer Harald Weiss. Musik gibt's dieses Jahr nur im großen Keller, der Vorraum des "Probierkellers" soll halten, was sein Name verspricht - mit Theke und Weinfässern, an denen man gesellig verweilen kann. Sicher wird hier dann auch der 2012er Spätburgunder Rotwein QbA trocken angeboten, den Weiss mitgebracht hatte. Zweifelhafte Tradition hat inzwischen auch, dass Christiane Majer ihren Wein nie persönlich vorstellt. Das übernahm wie all die Jahre Horst Kolb. Der BDS-Ehrenvorsitzende beschrieb die Vorzüge eines Riesling Kabinett trocken des Jahrgangs 2012. Den einzigen "Dreizehner" schenkte Georg Bielig ein: die Weißweincuvée "Tunnelblick". Über das einmalige Weinprojekt berichtete die RNZ bereits, Bielig erklärte den Namen: "Wir alle gehen mit einem Tunnelblick durch die Welt, schauen nicht mehr nach links oder rechts. Wir müssen aus dem Tunnel hinausschauen." Wie die Augen auf dem Etikett. Zum Stadtjubiläum "einen raushauen" wollte Johannes Teutsch, eine Grauburgunder Spätlese halbtrocken von 2012. Der letzte Jahrgang übrigens eines im Jahr 1973 bestockten Weinbergs. Eine Granate im Glas, gereift an sonnigen Tagen: "Und ich als junger, unerfahrener Winzer habe die Trauben einfach hängen lassen", so Teutsch mit Understatement. Vor dem obligatorischen Kaffeetrinken schenkte Philipp Wehweck das Passende ein, eine Gewürztraminer Spätlese von 2012. Dieser Wein ähnele den Weinhoheiten sehr, so Wehweck: "Er ist schön anzuschauen und lieblich im Geschmack." Man kann eben auch verbal "einen raushauen".

Geballter Sachverstand: Harald Weiss, Peter Jäck, Johannes Teutsch, Wilhelm Müller, Georg Bielig und Philipp Wehweck (v.l.).

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung