28.02.2014

Wie viele Schriesheimer erwärmen sich für die Nahwärme?

Eine erneute Bürgerinfo zur Wärmeversorgung rund um das Schulzentrum widmete sich auch der Wirtschaftlichkeit der Netzvarianten. Je mehr Bürger teilnehmen, desto günstiger wird die Nahwärme.

Schriesheim. (nip) Für Bürgermeister Hansjörg Höfer steht fest, dass das Schulzentrum an seinem angestammten Platz bleibt. Und ebenso sicher ist, dass es dort eine neue Heizzentrale geben wird, die das Zentrum und die beiden umliegenden Kindergärten versorgt.

Wie viele Anwohner in diesem Gebiet das geplante Nahwärme-System erreicht, sprich, welche Hausbesitzer sich für einen Anschluss entscheiden, ist noch offen. Stadtbaumeisterin Astrid Fath rechnet aber mit einem Anteil von mindestens 40 Prozent, um das Ganze wirtschaftlich zu machen. Man habe hier aber vorsichtig gerechnet, nach oben sei noch Potenzial. Fakt ist auch, dass das Ganze für den Einzelnen günstiger wird, je mehr Anschlüsse über eine Leitung versorgt werden.

Wirtschaftlich interessant ist das Projekt in erster Linie für Hausbesitzer, die über Öl oder Strom und somit über Nachtspeicheröfen heizen. Wer über Gas Wärme erzeugt, dürfte eher ökologische Gründe für einen Wechsel auf Nahwärme haben, durch die der CO2-Ausstoß vermindert wird. Seit Februar 2013 ist die Stadt dabei, Bürger aus besagtem Quartier ums Schulzentrum für das Nahwärmekonzept zu gewinnen. 400 Personen waren aufgefordert worden, auf einem Fragebogen freiwillige und anonyme Angaben über ihre vorhandenen Heizsysteme zu machen. "Wir haben dort eine rege Mischung aus Gasversorgung, Heizöl und Nachtspeicheröfen", sagte Fath. Gerade unterhalb der Conradstraße gebe es ein recht großes Gebiet, wo die Stromheizungen vorherrschten. Deshalb habe man das Quartier zur Nahwärmeversorgung angeglichen und erweitert.

Die Umfrage war im September abgeschlossen, nun folgte die Vorstellung der Konzeptstudie vor Anwohnern und interessierten Bürgern: Dabei ging es unter anderem um die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Netzvarianten, wobei Astrid Fath davor warnte, die genannten Zahlen als fix zu sehen. Im Vergleich zu Mannheim mit einem großen Nahwärmenetz, wo ein Einfamilienhaus als Referenzobjekt mit rund 2500 Euro Wärmekosten jährlich dabei ist, stünde Schriesheim mit rund 4200 Euro da. Gasversorger zahlen derzeit rund 3650 Euro. "Was Schriesheim angeht, sind das alles Parameter, an denen man sich entlanghangeln muss", meinte Fath. Soweit ist der Prozess noch nicht fortgeschritten, dass klar wäre, wie viele Hausbesitzer sich für Nahwärme entscheiden. Es gehe nun Richtung Feinabstimmung, sagte die Stadtbaumeisterin. Höfer erklärte den Sanierungsfahrplan fürs Schulzentrum, wo in diesem Jahr die Planungen laufen und der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung über die Vorgehensweise fällen soll: "Ich denke, dass wir dann Mitte 2015 mit den Baumaßnahmen beginnen", so Höfer.

Das wäre in etwa auch die Zeitschiene für das Nahwärmekonzept. In diesem Jahr noch werde man die Anwohner befragen und beraten, erklärte der Bürgermeister weiter. Mit allen, die sich für einen Anschluss entscheiden, werde man Vorverträge schließen. Noch offen ist, wer die Heizzentrale im Schulzentrum betreiben wird. Möglicherweise auch die Stadt selbst.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung