07.03.2014

Alkohol beim Mathaisemarkt: "Wer gegen Spielregeln verstößt, fliegt vom Platz"

Vor Beginn des Mathaisemarkts hat Bürgermeister Höfer in offenen Briefen dazu aufgerufen, die Jugendschutzbestimmungen einzuhalten. Seinen Appell verbindet er mit Warnungen.

Schriesheim. (cab) Kurz vor Beginn des Mathaisemarkts hat Bürgermeister Hansjörg Höfer gestern nochmals in offenen Briefen dazu aufgerufen, die Jugendschutzbestimmungen während der Volksfesttage einzuhalten: "Denn wir wollen alle ein großartiges Fest ohne ernsthafte Zwischenfälle feiern und mit gutem Gewissen auf den Mathaisemarkt zurückblicken". Zugleich führte Höfer die Konsequenzen vor Augen, die eine Missachtung des Jugendschutzrechts nach sich ziehen kann.

Wer durch Volltrunkenheit auffalle, könne auf dem Polizeiposten in Schriesheim in Gewahrsam genommen werden. Zudem erhält eine sogenannte "gelbe Karte", wer durch starken Alkoholkonsum oder durch "Gewalttätigkeit" auffällt. Diese "gelbe Karte" ziehe Probleme nach sich, wenn es darum gehe, den Führerschein zu machen. Dazu Höfer: "Wer bei Festivitäten negativ auffällt, wird wahrscheinlich auch keinen guten Einfluss auf den Straßenverkehr haben."

Wer besonders oder sogar mehrfach auffalle, der erhalte eine "rote Karte" und müsse damit rechnen, mit 17 oder 18 Jahren gar keinen Führerschein zu bekommen. Fälle von Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Gewalt würden nicht nur direkt an die Fahrerlaubnisbehörde gemeldet, so Höfer, sondern auch dem Jugendamt und dem Suchtbeauftragten.

Auch Straußwirte, Gewerbetreibende und Veranstalter warnte der Bürgermeister in seinem Schreiben: Wer gegen den Jugendschutz verstoße - also jeglichen Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren verkaufe, Spirituosen an unter 18-Jährige abgebe oder an Minderjährige Tabakwaren veräußere -, müsse mit Bußgeldstrafen in Höhe von bis zu 50.000 Euro rechnen. Zudem könne die Zulassung zum nächsten Mathaisemarkt verwehrt werden. "Wir werden gemeinsam mit Polizei, Ordnungsamt und Jugendamt für die Einhaltung der gesetzlichen Regeln sorgen und bei Verstößen unmittelbar durchgreifen", so der Bürgermeister, der diesem Teil seines zweiseitigen Schreibens den Titel "Wer gegen die Spielregeln verstößt, fliegt vom Platz" gab. Unter dem Motto "Wir schützen unsere Jugend beim Feiern" appellierte Höfer gerade auch an die Erwachsenen. Wer sichtbar angetrunkene Jugendliche sehe, der sollte nicht wegschauen, schrieb der Verwaltungschef.

Dessen gestrige Wortmeldung steht im Zusammenhang mit dem Präventionskonzept gegen Komasaufen und Gewalt unter Alkoholeinfluss, das sich die Stadt in Kooperation mit Polizei, Schulen und Jugendgemeinderat gab. Höfer erinnerte diesbezüglich an die Vorjahre, in denen man festgestellt habe, "dass zunehmend Jugendliche stark alkoholisiert am Fest teilnehmen und damit gegen die Spielregeln verstoßen". Minderjährige hätten infolge von "Alkoholexzessen" im Krankenhaus ärztlich versorgt werden müssen: "Zu derartigen Vorfällen kommt es unter anderem, weil sich Erwachsene nachgiebig zeigen und keine Spielverderber sein wollen", formulierte Höfer. Geht es nach dem Bürgermeister, dann wird das dieses Jahr anders.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung