11.03.2014

Der Ministerpräsident will zur Tunneleröffnung wiederkommen

Winfried Kretschmann war am Montag BDS-Festredner auf dem Mathaisemarkt

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Der Ministerpräsident kam etwas verspätet am Gästehaus Hauser an. Und schon wurde der Festredner der gestrigen Mittelstandskundgebung des Bundes der Selbstständigen (BDS) von den "Montagsmädels" überrascht. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, hatte er auch schon ein Lebkuchenherz mit dem Schriftzug "Mein Herzblatt" umgehängt bekommen und ein Blumentöpfchen in der Hand. Willkommen auf dem Mathaisemarkt!

Drinnen im gemütlichen Nebenraum der Wirtschaft die obligatorische Pressekonferenz bei Kaffee und Brezeln. BDS-Präsident Günther Hieber und Bürgermeister Hansjörg Höfer begrüßten den Ehrengast, der mit einer "veritablen Erkältung" angereist war. Aber er sei gerne gekommen - auch um dem Mittelstand seinen Respekt und seine Anerkennung zu zollen. Auf Anfrage kündigte er an, der Eröffnung des Branichtunnels, wohl Anfang 2016 und gerade noch vor der nächsten Landtagswahl, persönlich beiwohnen zu wollen: "Es wäre schon angesagt, dass ich selber komme", sagte Kretschmann angesichts des mit Abstand teuersten Projekts im Landesstraßenbau, das eine "überragende Bedeutung für Schriesheim und den Vorderen Odenwald" habe: "Da haben wir der Stadt und der Region etwas Gutes getan."

Wenig Hoffnung machte Kretschmann allerdings auf eine gesetzliche Regelung von Alkoholverboten im öffentlichen Raum, etwa bei Festen wie dem Mathaisemarkt: "Das ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellt." Immerhin habe ein Runder Tisch zur Sache "Maßnahmen" vorgeschlagen. Auf die Frage, wie er das Festzelt überzeugen wolle, sagte Kretschmann: "Mit der Wahrheit und Tatsachen." Ob er dabei überzeuge, "wird sich weisen. Ich bringe jedenfalls keine Geschenke". Es sollte schwierig werden im Küffner-Zelt, das der Festredner samt Entourage nach einem schnellen Rundgang durch die BDS-Leistungsschau mit 20-minütiger Verspätung betrat.

Vor Kretschmann hielt Weinkönigin Lena I. eine beeindruckende Rede auf der Festzeltbühne. 99,7 Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen seien mittelständisch und hätten über 80 Prozent der Auszubildenden. Auf diesen nicht selten familiengeführten Firmen laste viel Verantwortung - für den Zusammenhalt, die Sorge umeinander und die Unterstützung im Betrieb, für Wohlstand, Nachhaltigkeit und Bewahrung der Werte im Alltag. All das gelinge mit einem guten Miteinander und guter Arbeit. Schließlich sei auch sie "als Mitarbeiterin der Winzergenossenschaft im Mittelstand angekommen. Dann kam Kretschmann, der amtierende Ehrenpate des Madonnenbergvereins, dankte für die guten Tropfen der WG und für den "warmherzigen Empfang eines Schwaben in der Kurpfalz". Und über seine Rede, die nun kommen sollte, sagte er: "Das stehe ich jetzt durch." > Metropolregion, "Stimmen"

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung