22.03.2014

Schriesheim: Tödlicher Traktorunfall im Wingert

Gestern Nachmittag verunglückte Peter Becker bei Rodungsarbeiten. Der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.

Von Stephanie Kuntermann und Laura Geyer

Schriesheim. Oben am Berg haben zwei Polizeiwagen Posten bezogen; weiter unten stehen ein Krankenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht und drei Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge. Hektik herrscht nicht mehr in dem Weinberg im Gewann Mergel unterhalb des Ölbergs. Zwischen zwei krummen Wingertshütten sieht man das Hinterrad eines Traktors, der zur Bergseite hin umgekippt ist, sonst keine Spur davon, dass hier ein Mensch ums Leben gekommen ist.

"Gegen 14.30 Uhr ging bei uns der Alarm ein", sagt Feuerwehrkommandant Oliver Scherer. Peter Becker, Gatte von Stadträtin Jutta Becker, war in dem Weinberg mit Rodungsarbeiten beschäftigt, als er tödlich verunglückte. Wie es passierte, darüber weiß Scherer noch nicht allzu viel. Er vermutet, dass der 52-jährige Landwirt auf dem abschüssigen Gelände mit dem Traktor umstürzte. Ob er am Steuer saß oder das Gefährt auf ihn fiel, weiß noch niemand; der Unfallzeuge steht unter Schock. "Peter Becker war einer der erfahrensten und vorsichtigsten Traktorfahrer, die ich kannte", sagt Bürgermeister Hansjörg Höfer fassungslos am Unfallort.

Mit Hebekissen wird ein Unterbau geschaffen, um den Traktor anzuheben, unter dem der Mann liegt. Rettungsdienst und Notarzt, die kurz nach der Feuerwehr eintreffen, können nur noch seinen Tod feststellen. Um den Zeugen und die Ehefrau kümmert sich das Kriseninterventionsteam der Feuerwehr. Den genauen Unfallhergang ermittelt jetzt der Verkehrsunfall-Aufnahmedienst der Polizei, fünf Beamte sind im Weinberg. Winzerkollegen mahnen an, dass die Wege dringend ausgebaut werden müssten, damit Rettungskräfte schnell durchkommen. Die 15 Männer der Freiwilligen Feuerwehr Schriesheim warten, bis die Polizei ihre Arbeit getan hat, um dann den Traktor vollständig auf die Seite zu bringen. "Das ist nur etwas für die Sattelfesten", sagt Scherer und schickt jüngere, weniger erfahrene Kameraden auf die Seite. Auch die Älteren sind blass um die Nase. Fast alle kannten den Verstorbenen, der im Aussiedlerhof lebte.

Zuletzt sah man ihn am Mathaisemarkt, wo er half, historische Leiterwagen für den Festumzug herzurichten und flott zu machen. Seinen plötzlichen Tod kann noch niemand fassen.

Auch Heinz Kimmel, Fraktionssprecher der Freien Wähler, ringt um Worte: "Ich bin total fertig."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung