16.04.2014

Wurden am Schriesheimer Schulzentrum Drogen verkauft?

Die Polizei fand Bargeld und Marihuana bei einem Verdächtigen auf dem Parkplatz des Kurpfalzschulzentrums - Die Ermittlungen laufen

Von Laura Geyer

Schriesheim. Die Osterferien hatten gerade begonnen, als die Polizei am Montagnachmittag, kurz nach 15 Uhr, einen Hinweis erhielt: "Kollegen einer benachbarten Dienststelle informierten die Polizei über ein Drogengeschäft auf dem Parkplatz des Kurpfalzschulzentrums in der Hirschberger Straße", heißt es im Polizeibericht. Die Beamten trafen vor Ort tatsächlich einen jungen Mann an, "ein 18-Jähriger aus einer Bergstraßengemeinde". Die Vorwürfe, mit denen ihn die Polizisten konfrontierten, wies er zunächst zurück. Auch die "Personenkontrolle" fiel negativ aus. Als die Beamten sein Auto durchsuchten, fanden sie jedoch in einem Geldbeutel "eine größere Bargeldsumme" und unter dem Fahrersitz "zwei rote Plastiktütchen mit Marihuana", versteckt in einer Zigarettenschachtel. Die Polizei beschlagnahmte die Drogen, über die Menge wollte Sprecherin Ulrike Mathes auf Nachfrage der RNZ keine Angaben machen. "Das hat es jedenfalls in Schriesheim noch nie gegeben", bestätigte Mathes.

Ob es sich bei der Bargeldsumme um "Dealgeld" handelt, sei noch nicht geklärt, informiert das Polizeipräsidium Mannheim. Die Ermittlungen laufen jetzt. Der junge Mann wurde schließlich "einem Erziehungsberechtigten überstellt", endet die Polizeimeldung.

Der stellvertretende Schulleiter des Kurpfalz-Gymnasiums (KGS), Hans-Peter Kohl, zeigte sich "schockiert", als er von dem Vorfall erfuhr. Für eine ausführliche Stellungnahme wollte er weitere Informationen der Polizei abwarten. "Es ist natürlich schlimm, aber das Schulzentrum ist nun einmal offenes Gelände. Wir haben keinen Einfluss darauf, was während der Ferien dort geschieht", sagte er auf RNZ-Anfrage. In der Schulzeit sei zwar auch keine Rundum-Aufsicht möglich, aber da tue man alles, was möglich sei. Darüber hinaus sei es, wie ja nun auch geschehen, Aufgabe der Stadt, Kontrolle zu fahren.

Bürgermeister Hansjörg Höfer wies auf Anfrage der RNZ vor allem auf die "positiven" Seiten des Vorfalls hin: "Ich bedanke mich bei der Polizei, die so aufmerksam war und entsprechende Maßnahmen ergriffen hat." Das zeige, dass die Schule doch "relativ gut geschützt" sei. Jetzt müsse man abwarten, was die Ermittlungen ergeben, aber: "Mir ist nicht bekannt, dass so etwas hier schon öfter passiert ist. Wir sind kein Brennpunkt."

Ulrike von Eicke, Elternbeiratsvorsitzende am KGS, sieht das grundsätzlich ähnlich, fügte aber hinzu: "Auch an dieser Schule ist keine 'heile Welt', wie man das vielleicht früher gedacht hat." Dennoch müsse man der Sache nachgehen und mit dem Rektor sprechen. Vor allem aber solle jetzt keine "Wahnsinns-Panik" verbreitet werden: "Was mich ärgert ist, dass viele keine Zeit für ihre Kinder haben, jetzt aber wahrscheinlich laut aufschreien." Ihrer Meinung nach müssen die Kinder gestärkt werden, sodass sie die Gefahren erkennen und wissen, wie sie mit einem entsprechenden Angebot umgehen - "wir können unsere Kinder nicht von allem fernhalten", fügt sie hinzu. Die Gefahr bestehe nun einmal überall: "Auch in Schriesheim gibt es schon lange Drogen; wer welche will, kriegt sie auch. Und solange damit Geld verdient werden kann, wird es auch immer ein Angebot geben." Allerdings unterstreiche der Vorfall die Notwendigkeit der Schulsozialarbeiter, die vor Ort wachsam sein und mit den Kindern sprechen könnten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung