24.04.2014

Schriesheims Schwimmbadgäste werden laufen müssen

Die Talstraße wird voraussichtlich ab Ende der Sommerferien gesperrt

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Auf die Anwohner in der Talstraße kommen in diesem Sommer weitere Belastungen zu, das machten Bürgermeister Hansjörg Höfer und Stadtbaumeisterin Astrid Fath gestern in einem Pressegespräch deut-lich: Ein Straßenbauprojekt war dabei nicht geplant, wird aber jetzt im Zuge der Tieferlegung der Talstraße in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium im Mai starten und circa drei bis fünf Monate dauern.

Es geht um die Verlegung des Abwasserkanals vom privaten Grund am Hotel Scheid in den öffentlichen Raum. "Und da machen wir auch gleich die Hausanschlüsse neu", erklärt Fath. Die Vorarbeiten hierzu laufen noch bis 25. April. Im Anschluss daran wird der Kanal auf einer Länge von rund 300 Metern verlegt, was nicht ganz einfach werden dürfte. "Bodenuntersuchungen haben anstehenden Fels erbracht", meinte die Stadtbaumeisterin. Dazu kommt eine Bachverdolung: "Das wird keine einfache Baustelle, da sind wirklich ein paar Spezialitäten drin", so Fath weiter. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf circa eine Million Euro, wovon die Stadt voraussichtlich ein Drittel übernehmen muss. Haushaltstechnisch wird die Sache so laufen, dass die eingestellten Mittel für die Sofienstraße, die erst im kommenden Jahr an der Reihe sein wird (weiterer Bericht folgt), umgeschichtet werden.

Und dann wird noch der Knotenpunkt am Kreuzungsbereich des Tunnel-Ostportals um 1,60 Meter tiefer gelegt. "Dort werden wir eine Vollsperrung bekommen, die genaue Sperrzone geben wir noch bekannt", sagte Astrid Fath. Bürgermeister Höfer wies darauf hin, dass dieses Projekt in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums ab Ende der Sommerferien beginnen soll. "Das bedeutet, dass man ab diesem Zeitpunkt nicht mehr mit dem Auto ans Schwimmbad kommen kann." Zu Fuß oder mit dem Fahrrad sei das aber immerhin noch möglich.

Das dritte Projekt in diesem Areal ist die Hangsicherung, die derzeit in Abstimmung mit den Fachbehörden vorbereitet wird. Der erste Abschnitt der rein städtischen Maßnahme (Kosten: circa 500.000 Euro) umfasst den Bereich ab Bergwerk bis Talstraße 191a (Branicheinfahrt).

Hier müssen die Anwohner mit Nachtarbeiten und einer halbseitigen Sperrung zurechtkommen. Baubeginn soll wiederum Richtung Sommerferien sein, die Bauzeit selbst wird sich wohl über die Ferienzeit erstrecken. Zur Sicherung des Steilhangs oberhalb der Talstraße wird zunächst loses Gestein abgeräumt und Vegetation entfernt. Über die komplette Länge des Abschnitts werden ein eigens berechneter Steinschlagzaun gezogen, drei Netze gespannt und Felsen verankert. Mit eingeschlossen in dieses Projekt ist die Übernetzung der Hangrutschung gegenüber der Seitz-Mühle.

In diesem Zusammenhang erinnerte Höfer noch einmal an die Schneebrüche und die Starkregenfälle des vergangenen Jahres, wo Bäume abknickten oder abrutschten. "100 Jahre hat das alles gehalten, jetzt müssen wir zusehen, dass wir alles so hinbekommen, dass es wieder 100 Jahre hält." Fakt sei, dass es starke Beeinträchtigungen geben werde. Im Zusammenhang mit den genannten Straßenbaumaßnahmen und Hangsicherungen werden die Einsatzmöglichkeiten für Notfälle mit den betreffenden Rettungsdiensten wie Feuerwehr und Rotem Kreuz abgestimmt. Und auch der Verkehrsverbund und die Abfallverwertungsgesellschaft (AVR) sind mit im Boot.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung