24.04.2014

Sanierung der evangelischen Kirche Schriesheim: "Zeitlich und finanziell im Plan"

Auch Gräber und alte wurden Grundsteine gefunden - Ein Besuch auf der Baustelle

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Der Innenraum der evangelischen Kirche wird nach den Umbau- und Renovierungsmaßnahmen flexibler, lichter, wärmer und auch tagsüber offener sein: ein einladendes Gotteshaus, in dem sich Menschen begegnen und wohlfühlen. Ob in der Gemeinschaft oder auch allein. Beidem gibt das neue Einrichtungskonzept mit variabel einsetzbaren Bänken (die alten Bänke werden aufgearbeitet) und Stühlen Raum.

Dass wegen der eingekürzten Empore und letztlich vier fehlender Bankreihen rund 50 Plätze wegfallen, sieht die Kirchengemeinde eher entspannt. Im Gegenzug erhalte man Stehplätze, erklärte Kirchengemeinderätin Franziska Mersi. Beim Vor-Ort-Termin in der Kirche, wo gerade der Fußboden betoniert werden sollte, zeigten sich die Vertreter der Kirchengemeinde, von der bauunterhaltungspflichtigen Evangelischen Stiftung Pflege Schönau und den "Netzwerkarchitekten" sehr zufrieden mit dem Stand der Dinge: "Wir liegen zeitlich und finanziell im Plan", sagte Projektleiterin Laura Babilon vom Darmstädter Architektenbüro.

Insgesamt hat die Kirchengemeinde drei Aufgaben zu stemmen: den Umbau der Kirche im Volumen von 1,5 Millionen Euro, wovon die Gemeinde 450.000 Euro tragen muss, die Renovierung der Orgel für circa 150.000 Euro und den Umbau des alten Gemeindehauses zum Begegnungszentrum in Höhe von rund 750.000 Euro. Für Kirche und Orgel gibt es Zuschüsse von der Landeskirche, und auch die Gemeindemitglieder zeigen sich großzügig: Um die 80.000 Euro an Spenden für die Orgel und weitere 160.000 Euro fürs Gemeindehaus sind bislang eingegangen. Beim ersten Baustellenrundgang neulich war das Interesse so groß, dass ein zweiter Rundgang geplant ist. Im gesamten Prozess, der im Oktober 2011 mit einem Architektenwettbewerb begann, sei die Gemeinde gehört und mitgenommen worden, sagt Pfarrerin Suse Best.

Während das neue Begegnungszentrum ab Mai begonnen und derzeit die Orgel in Waldkirch im Schwarzwald in "beeindruckendem Fortschritt", so Best, renoviert wird, passiert im Gotteshaus selbst aktuell sehr viel. Über 100 freiwillige Helfer aus der Kirchengemeinde packten in Zusammenarbeit mit Fachfirmen beim Ausräumen mit an, worüber es sogar einen kleinen Film auf dem Videoportal "Youtube" gebe, wie Kirchengemeinderat Thomas Rufer mittelte.

Zudem sei der Holz- und Fliesenboden entfernt und der historische Sandstein- und Backsteinboden ausgebaut worden. Die Steine habe man gesichert und werde sie nach und nach verkaufen (bei Interesse im Pfarramt melden). "Man hat Gräber und alte Grundsteine gefunden, die die Archäologin des Denkmalamts auf kurzem Weg dokumentiert hat", meinte Pfarrer Lothar Mößner.

In Zusammenarbeit mit Restaurator Hans-Dieter Zopf legten die Architekten eine Musterfarbfläche an, die sich stark an der Fassung von 1899 orientiere, wie Jürgen Reinhard von der Pflege Schönau mitteilte. Das Leuchtenkonzept beinhaltet einen neuen Ringleuchter für den Altarraum als Sonderkonstruktion.

Energetisch sinnvoll und für die Orgel "genial" ist die künftige Hypokaustenheizung. Auf was sich die Gemeinde zudem sehr freut, sind die neuen Prinzipalien: Wie der Karlsruher Künstler Achim Däschner den vierteiligen Altar und die Meditationsecke mit Materialien aus Beton und Filz konzipiert habe, sei voller Zauber und Gewicht, sagte die Pfarrerin. Die Wiedereinweihung des Gotteshauses ist für den 1. Advent geplant.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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