30.04.2014

Hätte eine Bauüberwachung Schäden an der Schulturnhalle verhindert?

Der Bauausschuss bewilligt eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Schulturnhalle. Gleichzeitig übt er aber Kritik an deren Schäden - die Halle ist erst 15 Jahre alt

Schriesheim. (sk) Genau 11.721,50 Euro soll eine Machbarkeitsstudie kosten, die der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) gestern in Sachen Schulsporthalle einstimmig bewilligt hat. Erstellen soll sie das Spoha-Planungsbüro Hürth, das auf Schulturnhallenbau spezialisiert ist.

Das Papier ist nach einem Statikgutachten des Büros Herzog und Partner bereits die zweite Studie zum baulichen Zustand der Halle neben dem Kurpfalz-Schulzentrum. Auch wenn im Gremium Einigkeit über die Vergabe herrschte, so ließen die Mitglieder doch keinen Zweifel an ihrem Unmut aufkommen, dass schon jetzt solche Maßnahmen bei der erst 15 Jahre alten Halle fällig werden.

Bauliche Mängel hätten bereits vor Jahren festgestellt werden können, monierte etwa Christian Wolf (GL): "Wir müssen in Zukunft mehr Wert auf eine vernünftige Bauüberwachung und ein funktionierendes Gewährleistungsmanagement legen." Innerhalb von vier oder fünf Jahren nach Fertigstellung eines Bauwerks müssten künftig Schäden festgestellt und dokumentiert werden. Auch die personelle Situation im Bauamt wurde von Wolf und seiner Fraktionskollegin Gisela Reinhard kritisch gesehen.

"Wir müssen uns auch selbst an der eigenen Nase zupfen", gab dagegen FW-Fraktionssprecher Heinz Kimmel zu bedenken und meinte damit, dass seinerzeit aus Kostengründen der Vergabe an einen Generalunternehmer zugestimmt wurde. Deshalb, so Bürgermeister Hansjörg Höfer, treffe auch den Architekten von damals, Professor Lothar Götz, keine Schuld, der ansonsten die Überwachung der Arbeiten vorgenommen hätte. Das sah auch Michael Mittelstädt (CDU) so: "Das Problem war nicht der billigste Anbieter, es lag an der mangelnden Überwachung."

"Wir hätten den Architekten mit der Planung und Überwachung beauftragen müssen, dann wäre er auch in die Haftung gekommen", argumentierte auch Alfred Burkhardt (FW). Gewährleistungsfristen von vier oder fünf Jahren seien in Verträgen üblich, erklärte Astrid Fath gegenüber der RNZ: "Diese Fristen sind bereits weit überschritten."

Ansonsten relativierte die Stadtbaumeisterin die Vorwürfe der Stadträte teilweise, hätten doch längst nicht alle Mängel innerhalb dieser Frist festgestellt werden können. Manche Schäden seien nämlich auf Materialermüdung zurückzuführen. Etwa bei den "Lichtbändern" am Hallendach, durch die mehrfach Regenwasser in die Halle eingedrungen sei.

Ein anderer, deutlich größerer Feuchtigkeitsschaden trat dagegen erst zutage, nachdem der Boden in der Damenumkleide geöffnet wurde, so Fath: "Beim Aufbau der Bodenplatte wurde nicht DIN-gerecht gearbeitet, da wurde eine Abdichtung nicht vorgenommen." Nicht nur in den Umkleideräumen, sondern im gesamten Gebäude trat dieser Mangel auf. Mit der Folge, dass sich Feuchtigkeit in nassen Zwischenwänden und einem feuchten Boden zeigte. Gesundheitsgefährdend sei das nicht, betonte Fath.

Allerdings blättere die Farbe ab, das aufsteigende Wasser hinterlasse gelbe Ränder. Ein Riesenschaden, vermutete Fath. Dessen ganzer Umfang soll jetzt durch die Machbarkeitsstudie festgestellt werden. Klar war schon jetzt für sie: "Dieser Schaden wäre bei einer vernünftigen Bauüberwachung nicht passiert."

Einen Schritt weiter sind bereits die Maßnahmen für die Beleuchtungs-Sanierung der Mehrzweckhalle. Der Antrag auf Förderung des Projekts wurde gestellt und bewilligt. "Wir mussten anfangen, sonst verfallen die Fördermittel", sprach sich Höfer für die dort geplante "neuzeitliche" Beleuchtung aus, also LED-Leuchtmittel.

Mit der Planung und Objekt-Überwachung beauftragte das Gremium das Weinheimer Ingenieurbüro tfi. Grundlagenermittlung, Vor-, Entwurfs- und Ausführungsplanung sowie Vergabe schlagen mit 65.000 Euro zu Buche.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung