05.05.2014

Bis spät in die Nacht wurde bei der Altenbacher Kerwe gefeiert

Volles Programm am Samstag bei der Altenbacher Kerwe mit Umzug, Tanz und Musik - bis in die späte Nacht wurde gefeiert.

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim-Altenbach. Es ist kalt auf dem Buswendeplatz, ungeduldig scharren die Kerwe-Honoratioren mit den Füßen. Der Aufbruch mit der Kerweá †schlumpel verzögert sich aus einem ganz banalen Grund. "Wir müssen warten, bis der Bus durch ist", sagt Ortschaftsrat Karl Reidinger. Ungeduldig leiern die Jugendfeuerwehr-Leute an ihrer historischen Sirene, die leise jault.

Sascha Rudolph und seine "Borschte" Alexander Richter und Kevin Zeberer informieren die RNZ derweil über den bis dato gut gehüteten Namen der Kerweschlumpel. "Sie heißt Ursel II.", sagt der neue Kerweparrer, der im Alltag Altenbachs jüngster Gemeindearbeiter ist und vor neun Jahren zum ersten Mal als "Borscht" amtierte. Der Name ist eine Hommage an "Ursel I.", genauer gesagt Ursula Wagner von der Verwaltungsstelle, die dieses Jahr in Rente geht. Ihre Nachfolgerin soll Andrea Erdmann aus dem Rathaus werden, doch "Ursel II." zeigt sich davon ziemlich unbeeindruckt. Lidstrich und Dirndl sitzen fast perfekt, allerdings würde die Haltung, mit der ihre Beine über den Rand des Leiterwagens baumeln, einem Orthopäden Kopfweh bereiten.

Endlich kommt der Bus, dann knallen Böllerschüsse aus den Flinten der Altenbacher Sportschützen durchs Gehölz, und der KSV-Fanfarenzug lässt eine knackige Fanfare ertönen. Ortsvorsteher Alfred Burkhardt begrüßt seinen Vorgänger Emil Jörder, Ortschaftsräte, Stadträte und die Kochlöffel-Hoheiten. Königin Hannah Kunkel erweist sich in ihrer peppigen Rede als Showtalent, das die Vorzüge ihres "Zepters" anpreist. Der hölzerne Riesenlöffel, erklärt sie, tauge als Fliegenklatsche, Rückenkratzer, als Disziplinierungsmaßnahme für zu spät heimkehrende Ehegatten und als Kochgerät. "Hätt' es Wurstsalat und Weißen Käs' gegeben, hätt' sich so mancher Gast bestimmt ins UPS begeben", reimt Hannah als Anspielung auf Altenbachs verwaiste Traditionsgaststätte, die zuletzt UPS hieß. Ihre Forderung nach einem Kochlöffel-Denkmal im Ortsmittelpunkt wird mit Begeisterungsrufen quittiert.

Beifall gibt es auch für die Volkstanzgruppe des MGV Eintracht, die ihren aktuellen Kerwetanz vorführt. Mit dem Segen des Kerweparrers und der Bitte um gutes Wetter macht sich die Festgemeinde schließlich auf den Weg zum Kerweplatz. Unterwegs gibt es die traditionelle Tanzrunde zur Melodie der "Schönen Odenwälderin": Parrer, "Borschte", Bürgermeister Hansjörg Höfer und Stadtrat Wolfgang Renkenberger schwenken die Schöne. Während "Ursel" das etwas lustlos über sich ergehen lässt, steigt die Stimmung bei den anderen.

Kühl ist es an diesem Nachmittag, aber trocken, weshalb der Kerwezug lang und der Festplatz gut gefüllt sind. Am Waffelstand des Kindergartens "Räuberhöhle" duftet es verführerisch, im Foyer der Mehrzweckhalle serviert der Partyservice Pröll Kaffee und Kuchen, und draußen brutzeln die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bratwürste auf dem Grill. Kirmesmusik dudelt an der Schiffsschaukel, das Kinderkarussell dreht sich, und das erste Bier schmeckt. Am Abend werfen "Crack the sky" ihre Verstärkeranlage und die Discobeleuchtung an.

Mit ihrem Klassiker "Aldebach Calling" bringen die Odenwälder Celtic-Rocker das Dorf zum Beben. Auch die Altenbacher beben, ist es doch jetzt neun Grad kalt. Höfer hat am Nachmittag ein "rauschendes Fest" gewünscht, und die Fans halten sich daran: Es wird getanzt und geklatscht zu "500 miles" und "I want my tears back". Bis spät in die Nacht. > siehe weitere Berichte rund um die Kerwe

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung