19.05.2014

Was geschieht mit dem Schulzentrum in Altenbach?

Zuschüsse, komplexe Probleme, richtige Wege: Überlegungen, ob die Schule saniert, in Teilen saniert und neu gebaut oder gänzlich neu errichtet wird stehen erst am Anfang.

16.05.2014, 06:00

Von Carsten Blaue

Schriesheim-Altenbach. Die Sanierung des Schulzentrums sei eine große Aufgabe der nächsten Jahre, sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer am Mittwoch im Gemeinderat. Wie berichtet, brachte das Gremium die sogenannte "Phase 0", den Prozess der Schriesheimer Schulentwicklungsplanung, auf den Weg.

Sie ist Grundlage zur Ermittlung des künftigen Raumbedarfs im Schulzentrum und somit Ausgangspunkt der Überlegungen, ob die Schule saniert, in Teilen saniert und neu gebaut oder gänzlich neu errichtet wird. Je nach Variante stehen Kosten in Höhe von 40 bis 70 Millionen Euro im Raum. Im Rahmen der Schulbauförderung sind zwar Zuschüsse zu erwarten. Was aber förderfähig sei und in welcher Höhe, sei zu prüfen: "Das ist ein langer Weg", so Höfer. Auch mit der Idee, Nachbargemeinden an den Kosten für das Schulzentrum zu beteiligen, wie es etwa die Freien Wähler im Kommunalwahlkampf vorschlagen, ist es wohl nicht ganz einfach. So ist ein Kriterium für die Höhe des Landesfördersatzes die Anzahl der Kinder aus anderen Städten und Gemeinden, die das Schulzentrum besuchen. Würde Schriesheim aber einen Schulzweckverband mit anderen Kommunen gründen, wären deren Kinder im Fördersinne quasi keine "Auswärtigen" mehr, und dieses Förderkriterium wäre weg. Fragen, die im Prozess der "Phase 0" zu klären sind. Für diese werden laut Rathaus etwa 130.000 Euro nötig sein, doch gibt es auch hier eine Fördermöglichkeit. Die Bundesstiftung Umwelt (DBU) stellt einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent der Kosten in Aussicht.

Die Herangehensweise an "Phase 0" müsse auf jeden Fall "ergebnisoffen" sein, unterstrich Anselm Löweneck (CDU). Eine sachliche Atmosphäre im Workshopverfahren zur Schulentwicklungsplanung mahnte Wolfgang Fremgen (Grüne) an: "Die ideologischen Debatten überlassen wir anderen." Die Entscheidung, nach welcher Planung die bauliche Zukunft des Schulzentrums verwirklicht werde, dürfe kein Schnellschuss sein. Alfred Burkhardt (Freie Wähler) nannte die Schulentwicklungsplanung "den richtigen Weg", der ja unstrittig sei. Gleiches gelte für die direkte Mitwirkung aller am Schulleben Beteiligter. Marco Ginal (SPD) ging das nicht weit genug. Auch die Bevölkerung müsse mitreden und auf dem Laufenden gehalten werden - etwa über das Internet.

Die "Komplexität des Problems" erkannte auch Wolfgang Renkenberger (FDP): "Und wir stehen erst am Anfang." Umso erstaunter war er darüber, dass sich die Junge Union im Kommunalwahlkampf schon auf einen Neubau festlegt. Da hoffe er, dass es die CDU schaffe, ihren Nachwuchs "zu mäßigen".

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung