09.06.2014

Schriesheim: Bei Leitplankenbau das Telekomkabel zerstückelt

Im Griethweg sind auch Strom und Straßenbeleuchtung betroffen. Die Laternen bleiben über Pfingsten dunkel.

Von Harald Berlinghof

Schriesheim. Da haben die Bauarbeiter eine echte "Salami-Taktik" angewandt. Auf einer Strecke von knapp 200 Metern haben sie im Griethweg beim Setzen der neuen Leitplanke das Kabel der Telekom geradezu zerstückelt. Seit Mittwoch sitzen die Anwohner des Griethwegs mittlerweile schon auf dem Trockenen - ohne Festnetz-Telefon und ohne Internet-Zugang.

Und am Donnerstagnachmittag schaffte es die Baufirma auch noch, ein Stromkabel zu verhackstücken, so dass ein Teil der Häuser im Griethweg stundenweise auch noch ohne Strom waren. Zum Glück hat wenigstens die EnBW schnell reagiert und das beschädigte Kabel noch am gleichen Tag erneuert. Wenigstens der Inhalt der Kühltruhen war so zu retten. So ganz nebenbei hat man auch noch die Straßenbeleuchtungskabel gekappt. Für die Reparatur ist wiederum die MVV zuständig.

Es ist eine Gemengelage zwischen städtischem Bauamt, Mannheimer Baufirma, dem Stromnetzbetreiber EnBW, der MVV und der Telekom. "Am Straßenrand und am Hang verlaufen zahlreiche Leitungen. Das ist ein schwieriges Grundstück. Aber es stimmt, dass die Maßnahme nicht gut gelaufen ist. Wir klären das intern", meinte dazu die Schriesheimer Bauamtsleiterin, Astrid Fath. Ein Stromkabel sei jedoch nicht betroffen gewesen, so die Stadtbaumeisterin. Anwohner sowie Mitarbeiter der MVV und der EnBW hatten aber der RNZ gegenüber den Stromausfall bestätigt.

Einer der wichtigsten Punkte aber ist die Frage der Kosten für die Instandsetzungsarbeiten. Hat die Baufirma wild drauflos gebuddelt, ohne sich um im Boden liegende Leitungen zu kümmern? Bei der Mannheimer Firma hält man das für ausgeschlossen. Oder hat das Bauamt versäumt, die Baufirma darauf hinzuweisen? Oder waren die Pläne mit den eingezeichneten Leitungen ungenau? Ohne Klärung der Kostenfrage gingen die Reparaturarbeiten am Telekom-Kabel gestern voran und sollten bis zum Abend abgeschlossen sein.

Begonnen hatte die Pleiten-Pech- und Pannenserie im Griethweg bereits im Mai, als von der Stadt Schriesheim angekündigt wurde, dass wegen der Setzung einer Leitplanke der Griethweg zwei Tage lang komplett gesperrt werden müsse und die Anwohner bitte ihre Autos außerhalb der Straße parken sollten. Zwei Tage lang trugen die Anwohner ihre Einkäufe brav zu Fuß bis nach Hause, ohne dass eine Baufirma erschien.

"Die Baufirma hat uns versetzt", so Fath. Einer der Bauarbeiter, die am 4. und 5. Juni dann schließlich doch die Leitplanke setzten - wieder war der Griethá †weg zwei Tage lang nicht befahrbar - erklärte allerdings, dass man zurückgepfiffen worden sei, weil noch keine Markierungen wegen im Boden liegender Leitungen angebracht worden seien. Tatsächlich kamen rote Markierungen auf den Asphalt, zwei oder drei Tage nachdem die Firma die Stadt angeblich versetzt hatte. Wie man allerdings sieht: Genutzt hat es nichts.

Telekomkabel, Stromleitung und Straßenbeleuchtungskabel gingen trotzdem entzwei. Einen hölzernen Jägerzaun des gegenüberliegenden Grundstücks hatte man dann auch gleich noch mit abgerissen. Der wurde allerdings inzwischen wieder ersetzt. Die Reparatur der Leitung für die Straßenbeleuchtung wird so schnell allerdings nicht gehen. Wie Fath daher mitteilte, werden die Laternen im Griethweg über die Pfingsttage dunkel bleiben.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung