22.08.2014

Bauen an Schriesheims Zukunft

Die Netzwerkarchitekten aus Darmstadt

Von Stefan Zeeh

Schriesheim. In Schriesheim ist derzeit eine rege Bautätigkeit im öffentlichen Bereich zu beobachten. Sei es die Platzgestaltung am OEG-Areal, die sehr verschiedenen Arbeiten rund um den Branichtunnel oder die Neugestaltung der Ortsmitte Altenbachs. In einer Serie stellt die RNZ einige der an der Neugestaltung Schriesheims maßgeblich mitwirkenden Unternehmen vor.

Den Anfang macht das Büro Netzwerkarchitekten aus Darmstadt, das sich gleich an zwei Projekten in der Weinstadt federführend beteiligt. Bei beiden Projekten handelt sich um die Umgestaltung beziehungsweise Sanierung evangelischer Kirchen, nämlich der in der Schriesheimer Kirchstraße und der Kirche in Altenbach. Hier baut übrigens heute die Zimmerei Georg Grüber den Glockenturm ein. Überhaupt haben die Netzwerkarchitekten in der Region bereits bei einigen kirchlichen Bauten mitgewirkt, etwa bei der Sanierung der Friedenskirche in Heidelberg-Handschuhsheim, dem Neubau des Gemeindezentrums in Malsch oder dem Bau eines Gemeindehauses der Emmausgemeinde in Heidelberg-Pfaffengrund.

Gegründet wurde das Büro der Netzwerkarchitekten Ende der 1990er Jahre von sechs jungen Architekten, die allesamt wenige Jahre zuvor ihren Abschluss an der Technischen Universität Darmstadt gemacht hatten. Sie führen heute noch das Büro als gleichberechtigte Gesellschafter.

So vielfältig wie deren architektonische Interessen sind auch die Projekte der Darmstädter, die über den kirchlichen Bereich weit hinausgehen. Da ist beispielsweise die Gestaltung des U-Bahnhofs "Überseequartier" der jüngsten Hamburger U-Bahn-Linie U 4, die die Hafen-City mit der Hamburger Innenstadt verbindet.

Entsprechend des Entwurfs der Netzwerkarchitekten wurden die Wände des U-Bahnhofs mit blauen Kacheln verkleidet, die nach unten hin immer dunkler werden und so an Unterwasserwelten erinnern sollen. Die Deckenverkleidung besteht aus silbernen Blechen, die den Eindruck einer Wasseroberfläche vermitteln.

In einem ganz anderen öffentlichen Bereich, nämlich in der Karlsruher Stadthalle, wird die Arbeit des Büros der Netzwerkarchitekten demnächst ebenso sichtbar. Die vor knapp 30 Jahren sanierte Stadthalle soll nämlich noch in diesem Jahr ein frisches Innenleben bekommen.

Mit ihrem Entwurf "Weniger ist mehr" hatten die Darmstädter die Jury überzeugt. Die Farbe Weiß wird zukünftig in der Stadthalle eine dominierende Rolle spielen. Zusammen mit gezielten Verbesserungen an der Beleuchtung sollen die Lichtverhältnisse in der Halle so deutlich optimiert werden.

Auch im Bereich der Eigenheime waren die Netzwerkarchitekten bereits aktiv. Zum Beispiel beim sogenannten "Haus X" in Nürnberg, einem Wohnhaus mit 260 Quadratmetern Wohnfläche. Die äußere Hülle des Massivbaus besteht aus vertikalen Lärchenholzstäben, die von Pflanzen berankt werden. Ranggerüst und Bewuchs lassen allerdings noch genügend Licht in den Innenhof der Gebäudestruktur fallen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung