19.11.2003

Die Jungscharen ließen die Raben tanzen

Musical "Elia und die Raben" als Eigenproduktion begeisterte Besucher der evangelischen Stadtkirche - Botschaft mit viel Überzeugungskraft

Schriesheim. (fr) Die evangelische Stadtkirche in Schriesheim schäumte am Sonntag über vor Lebensfreude. Jung und Alt versammelte sich im Gotteshaus, um sich von dem Musical "Elia und die Raben" aus einer Eigenproduktion der Jungscharen Schriesheims mitreißen zu lassen. Ganze Familien mit Kind und Kegel zwängten sich in die vollbesetzte Kirche.

In liebevoller Kleinarbeit und innerhalb kürzester Zeit stellten die Jungscharen mit Hilfe ihrer Betreuer ein kleines musikalisches Erlebnis für Groß und Klein auf die Beine. Rechtzeitig zum ausklingenden Jahr der Bibel verarbeiteten sie die Geschichte um den Propheten Elia aus dem Alten Testament in einer Musikoper.

Elia prophezeite König Ahab eine Dürreperiode und Gott sandte Elia eine Botschaft, dass er sich am Bach Krit vor den Schergen des Königs verbergen solle. Im Vertrauen auf Gott floh Elia in die Wüste. Hunger und Durst ausgesetzt, fühlte er sich einsam und allein. Doch Gott sendete ihm die Raben, die ihn mit dem Nötigsten versorgten: sie warfen Brot und Fleisch vom Himmel, das Elia auflas und verzehrte. Nach einer weiteren Botschaft Gottes kehrte Elia zum Stadttor zurück und traf dort ein altes Mütterchen. Er bat sie um Wasser und Brot. Sie gewährte ihm beides, obwohl sie selbst nicht genug zu essen hatte. Elia versicherte ihr, Gott habe versprochen, weder Mehl noch Öl versiegen zu lassen, bis zu dem Tag, an dem es wieder regnen werde. In festem Glauben backt die alte Frau ein letztes Brot und tatsächlich, weder Mehl noch Öl gingen aus.

Dass Glaube Berge versetzt und Vertrauen in Gott sich nicht nur materiell auszahlt, schickten die Kinder in ihrem Musical auch gleich voraus: In ihrem ersten, mitreißenden Lied "Gott geht mit" sangen sie "auf seine Kraft kannst Du bauen" und "er gibt Kraft zum Weitergehen". An der Inbrunst, mit der der Chor dieses Glaubensbekenntnis vortrug, konnte man erkennen, dass die Jungscharen auch wirklich hinter dieser Botschaft stehen.

Mit diesem Lied begann Elias Reise in die Wüste. Kaum hatte er die Szene verlassen, tauchten die Soldaten auf: Mit liebevoll gebastelten Helmen aus grauem Pappkarton, roten Mänteln und Speeren bewaffnet liefen des Königs Schergen durch den Mittelgang des Kirchenschiffs zum Altar, wo sich die Szenen abspielten. Ein dramatisches Lied mit dem Text: "Wir sind die Soldaten und tun unsere Pflicht" wurde intoniert. Das Schlagzeug begleitete den Chor im Rhythmus der schnell marschierenden Soldaten.

Selbstverständlich befand sich der Prophet Elia längst in Sicherheit. Er bekam dann auch ein Solo um seine Einsamkeit und Verlassenheit voll zum Ausdruck bringen zu können. Da eilten ihm auch schon die Raben zu Hilfe. Mit großen, gelben Schnäbeln und schwarzem Gefieder, wie es sich für einen anständigen Raben gehört.

Die Raben-Kinder trugen schwarze, weite Kostüme und legten ihre Arme auf den Rücken, damit der Eindruck entstünde, sie hätten Flügel. "Kra, Kra, Kra, die Raben sind da!" ist ihr Lied und mit viel Schwung und Rhythmus singen und tanzen die Raben um den Propheten Elia herum.

In insgesamt sieben Liedern und mit kleinen gesprochenen Szenen wurde die Geschichte Elias, der Raben und seines unerschütterlichen Vertrauens in Gott erzählt. Begeisterter Applaus und Dankesworte eines schwer beeindruckten Pfarrers war der wohlverdiente Lohn für diese enorme Vorstellung der Jungscharen Schriesheim und ihrer Betreuer.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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