05.12.2003

Gaia, der Papst aus dem Piemont

Außergewöhnliche Weinprobe im Sterne-Restaurant "Strahlenberger Hof"

Mit dem charmanten Gaia-Wein-Promotor Willi Klinger (r.) verstanden sich Susanne und Jürgen Schneider bei einem Glas Barbaresco auf Anhieb. Und der weitgereiste Experte war begeistert vom Weinkeller im "Strahlenberger Hof". Foto: Dorn

Schriesheim. (ron) Weinfreunde sprechen seinen Namen wie den eines Gottes aus: Gaia. Angelo Gaia (63) ist einer der besten, berühmtesten und angesagtesten Winzer Italiens. In dem Städtchen Barbaresco im Piemont ist er so etwas wie ein Papst des Weines. Allerlei Geschichten, Sprüche und Anekdoten ranken um das 1859 gegründete Weingut, das von Generation zu Generation bislang immer von Giovanni Gaia an einen Angelo Gaia weitergegeben worden ist, und umgekehrt- mit dem ganzen Wissen und dem Weingefühl einer führenden italienischen Winzerfamilie. Gaia ist für viele Weinfreunde weltweit die Marke Nummer eins.

Am Mittwochabend war für die Gaia-Fans der Region ein hoher Feiertag: Willi Klinger, gebürtiger Österreicher, Gaias wichtigster Weinpromotor, zuständig für den weltweiten Export der jährlich rund 300 000 Flaschen, war zu Gast in Susanne und Jürgen Scheiders Sterne-Restaurant "Strahlenberger Hof" in Schriesheim. Jörg Schattauer, selbst Sommelier, Freund der Schneiders und Chef der Frankfurter Wein-Importfirma DC, hatte diesen hohen Besuch eingefädelt. Eine derart hochwerte Gaia-Weinprobe gab es bislang in Deutschland noch nie. Als die Stammgäste des Spitzenrestaurants von dem Termin hörten, war der Abend in wenigen Tagen ausverkauft. Keiner hat die Entscheidung bereut. Küchenchef Schneider nahm die Herausforderung der kräftigen, tiefgründigen Spitzenweine ehrgeizig entgegen, und bot ein italienisch angehauchtes Menü auf, das Gaias Genusstropfen ideal ergänzte. Es wurde ein Abend, den alle Beteiligten noch lange in Erinnerung behalten werden.

Willi Klinger präsentierte die Weine (drei Weiße und drei Rote) im lockeren Plauderton des Wiener Charmeurs. Und zu fortgerückter Stunde entledigte sich der studierte Romanist und gelernte Schauspieler seines Jackets und seiner Krawatte, setzte sich ans legendäre Strahlenberger Hof-Klavier und schmetterte italienische Schlager. Der Mann jettet sechs Monate im Jahr in Gaias Mission durch die Welt. Schriesheim und den Strahlenberger Hof wird er in bleibender Erinnerung behalten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung