15.12.2003

Weihnachtsrummel am Beckenrand

Weihnachtsmarkt des Schwimmbadvereins wurde zum riesigen Erfolg - Tausende Menschen verbrachten nette Stunden im Schriesheimer Tal

Die Delfin-Skulptur des russischen Holzbildhauers Vadim erhält ihren Platz am Beckenrand. Foto: Kreutzer

Schriesheim. (ron) Wie an Weihnachten und Ostern zusammen, so fühlten sich die Wirtschafts-Leute vom Schriesheimer Schwimmbadverein IEWS gestern bei ihrem Weihnachtsmarkt am Beckenrand. Tausende von Menschen aus der ganzen Region fuhren hinaus ins Schriesheimer Tal, um die besondere Atmosphäre zu genießen. Es herrschte ein richtiger Rummel - fast wie an einem Badetag im Sommer.

Sabine Portz war der glücklichste Mensch unter den tief hängenden Wolken dieses windigen Wintertages. Die Organisationschefin des IEWS-Weihnachtsmarktes drehte eine um die andere Runde. Vorbei an den Ständen und Buden. "Es gibt ja fast kein Durchkommen", strahlte sie. Und Roland Hepp, der Leiter des IEWS-Wirtschaftsausschuss lächelte so selig wie ein Weihnachtsengel: Das Konzept der Schwimmbadler - im letzten Jahr zaghaft begonnen, jetzt offensiv beworben und umgesetzt - ging voll auf.

"Herz statt Kommerz", so lautete das Motto des Weihnachtsmarktes. Von morgens an bis in die Abendstunden, war der große Schwimmbadparkplatz mit Autos so aufgefüllt wie sonst nur an heißen Badetagen im Hochsommer. Hepp machte aus seinem berechtigten Stolz keinen Hehl: "Seit Jahren wird in Schriesheimer darüber gesprochen, wie man wohl einen besonderen Weihnachtsmarkt veranstaltet, und wir hier im Schwimmbad haben es wieder einmal geschafft".

Recht hat der Mann, eine solche Atmosphäre dürfte in der Region ziemlich einzigartig sein. Das über Winter waldgrün gefärbte Wasser im großen Schwimmbecken, die großen Wiesen des Bades für einen geradezu exotischen Streichelzoo, die hohen Tannen des nahen Waldes - die Besucher wollten gar nicht mehr nach Hause gehen.

Die Mischung stimmte genau: es war adventlich ohne eine Spur von Kitsch. "Keine Profis, kein Kommerz", so hatte ja Sabine Portz im Vorfeld bestimmt. Und so war es auch. Da verkaufte eine Frau der IEWS gedrechselte Holzkerzenständer, ein paar Mädchen boten selbstgefädelte Perlenkettchen feil. Florian Leciejewski, übrigens der Sohn des IEWS-Gründers Hartmut Leciejewski, beeindruckte selbst erfahrene Hausfrauen mit selbst gebackenen Weihnachtsplätzchen. Auf der Rückseite des Wirtschaftsgebäudes gab es Holzspielzeug vom Talhof und daneben versuchten sich die Kinder beim Ziehen von duftenden Honigkerzen. Rainer Grüber und Ignaz Holdernig, Schriesheims Schäfer, hatten ihre wolligen Vierbeiner mitgebracht. Schäferhund Lizzy begrüßte sogar die Hundegäste mit freudigem Gebell und Eselin Paula präsentierte stolz und gar nicht störrisch ihren kugelrunden Bauch - die Eseldame erwartet nämlich Nachwuchs.

Stolz stellte Holdernig seine komischen indischen Laufenten aus, sogar (und im Gegensatz zum amerikanischen Präsidenten) einen echten Truthahn. Und Schäfer Grüber verwies auf seine nützlichen Shropshire-Schafe, die im Schriesheimer Wald als lebendige Rasenmäher eingesetzt sind. Sie haben die praktische Eigenschaft, Gras und Unkraut zu verspeisen und dabei die kleinen Tannenbäume zu verschmähen.

A propos Weihnachtsbäume. Mit Portz und Hepp strahlte überglücklich Förster Emil Kling um die Wette. Seine Mondbäume gingen weg wie warme Semmeln. Immer wieder musste er frische Bäume aus ihrem Fußbad im Kanzelbach holen. Fast alle Autos auf dem Parkplatz fuhren mit einem Schriesheimer Weihnachtsbaum auf dem Dach am Abend wieder in die Ebene hinunter.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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