14.07.2018

Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim: Grüne Liste will Kosten so weit wie möglich senken

Debatte über Sanierung - Es gab viel zu diskutieren

Schriesheim. (fjm) Eigentlich - da waren sich am Donnerstagabend im Saal des Gasthauses "Zum Goldenen Hirsch" Elternvertreter, Gemeinderäte, Schulleitung und Stadtverwaltung einig - wolle man ja das Gleiche: Das Kurpfalz-Gymnasium (KGS) soll funktionierende Fenster, eine regelbare Heizung und ein dichtes Dach bekommen. Über den Weg dorthin debattierten die knapp 50 Anwesenden bei der Diskussionsveranstaltung der Grünen Liste aber kontrovers.

Die Gegner einer Komplettsanierung für bisher geschätzte Kosten von bis zu 32 Millionen Euro um Fraktionschef Christian Wolf betonten, dass die Stadt sich eine solche Investition nicht leisten könne: "Das ist völlig irre."

Kostensteigerungen müsse die Stadt selbst tragen, und Alternativen wie eine Verkleinerung des Gymnasiums oder eine Sanierung mit kleinerem Umfang müssten in Betracht gezogen werden, schließlich habe die Stadt in den vergangenen Jahren schon Millionen in das Gebäude gesteckt.

"Wenn man einzelne Bereiche austauschen könnte, hätte die Verwaltung das sicher schon getan", hielt Christiane Haase, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats, dagegen. "Das ist viel komplizierter, als ein Einfamilienhaus zu sanieren." Das betonte auch Patrick Schmidt-Kühnle, Vorsitzender des Elternbeirats am KGS: "Ohne vernünftige Planung kommen wir da nicht hin." Es gehe schließlich nicht um Schönheitsreparaturen.

Dennoch wurde angesichts der Kostenschätzung von rund 32 Millionen Euro sogar über ein Ende des Gymnasiums diskutiert: "Warum sagen wir nicht, wir sind eine Kleinstadt, wir können uns das nicht leisten?", fragte Jürgen Hebling, der 36 Jahre an der Kurpfalz-Realschule unterrichtet hatte.

Schließlich gehörten die Grundschulen zu den Pflichtaufgaben der Stadt, nicht aber das Betreiben eines Gymnasiums. Diesen Impuls bremste Hauptamtsleiter Edwin Schmitt aber relativ schnell: "Es gibt eine Schulentwicklungsplanung, da ist es nicht so leicht, einfach den Riegel runterzumachen."

Schmitt plädierte dafür, die Sanierungsplanung am 25. Juli auf jeden Fall auszuschreiben: "Ohne diese 1,5 Millionen Euro Kosten machen wir einfach weiter wie bisher." Bürgermeister Hansjörg Höfer merkte an: "Stimmen wir nicht dafür, müssen wir den Zuschuss zurückgeben." Laut Schmitt ist der Bescheid über 6,7 Millionen Euro aus einem Sanierungsprogramm des Bundes der größte, den er in 34 Jahren im Hauptamt gesehen hat.

Kämmerer Volker Arras umriss den aktuellen Entwurf der Finanzierungsplanung vor, in dem die Stadt nur mit Kosten von bis zu 21 Millionen Euro für die Sanierung kalkuliert. "Dieses Konzept lebt und wird weiter fortgeschrieben", betonte er. Und es beinhalte insgesamt rund 75 Millionen Euro an Investitionen in den nächsten zehn Jahren, inklusive eines möglichen neuen Feuerwehrhauses, Maßnahmen für den Hochwasserschutz und des Neubaus von zwei Kindergärten. "Es ist sehr beruhigend, dass von den 32 Millionen Euro Abstand genommen wird", sagte Wolf, dem dieses Konzept bisher unbekannt gewesen war.

Von Einigkeit sind Grüne Liste und Stadtverwaltung in Sachen Sanierung aber noch ein Stück entfernt: Die Mehrheit der Gemeinderatsfraktion stört die Tatsache, dass die Ausschreibung zur Sanierungsplanung nach wie vor von einer Kernsanierung ausgeht.

Dabei würde das Gebäude vollständig entkernt. Wenn die Stadt eine solch umfangreiche Sanierung gar nicht mehr plane, solle man auch die Ausschreibung anpassen, so Wolf.

"Mich hat es beruhigt, dass die Machbarkeit eine so große Rolle spielt", sagte Jürgen Sollors, Schulleiter des KGS. Auch Schmidt-Kühnle betonte: "Ich brauche keine 32 Millionen Euro." Nach fast zweieinhalb Stunden stand damit am Ende dieses Abends zumindest eine Annäherung beider Seiten. Von Einigkeit ist man aber noch ein ganzes Stück entfernt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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