13.08.2018

Offene Kinder- und Jugendarbeit soll neuen Schwung ins Push-Gelände bringen

Offene Kinder- und Jugendarbeit soll neuen Schwung ins Push-Gelände bringenVereinsvorsitzender Hertel freut sich über Kooperation

Haben einen neuen Plan für die Jugendarbeit in Schriesheim: Sozialarbeiterin Saskia Sauter, Push-Vereinsvorsitzender Stefan Hertel und Schülerin Sara Gomoluch (v.l.) wollen den Ruf des Geländes bei Kindern und Jugendlichen verbessern. Foto: Dorn

Von Katharina Schröder

Schriesheim. Optisch ist es schon zu sehen: Auf dem Push-Gelände tut sich was. Der Thekenraum wurde frisch gestrichen, auch die neuen Möbel sehen vielversprechend aus. Aber die Neuerungen reichen weiter. Seit April dieses Jahres gibt es auf dem Push-Gelände keine Vermietungen mehr an Privatpersonen. "Wir wollen uns jetzt erst mal an die Jugendsozialarbeit koppeln", sagt der Vorsitzende des Push-Vereins, Stefan Hertel. Die Kooperation hat bereits begonnen.

Sozialarbeiterin Saskia Sauter hat mit Kindern und Jugendlichen die Neugestaltung des Thekenraums in Angriff genommen. Die Wände erstrahlen nun in Dunkelblau, die Barhocker sind neu bezogen. Professionelle Graffiti zieren die Wände. Neue Regale und eine Couch sind jetzt fester Bestandteil des Gebäudes. Außerdem gibt es Tische, die bei Bedarf zu einer Tischtennisplatte umgebaut werden können. In Arbeit sind aktuell noch Möbel aus Paletten. Zusammen mit der Schreinerei Meffert wollen die Kinder und Jugendlichen Sitzmöglichkeiten für den Außenbereich auf dem Push-Gelände bauen.

Doch damit soll noch längst nicht Schluss sein. "Die Kinder haben Ideen, sie brauchen nur Hilfe beim Umsetzen", erzählt Sauter. Der Push-Verein findet das gut. "Damit dieser Raum frei für die offene Kinder- und Jugendarbeit ist, sind Vermietungen nicht mehr möglich", sagt Hertel. Push-Veranstaltungen soll es trotzdem noch geben. "Wir wollen uns auch bei den Jugendlichen einen Namen machen. Sie sollen sehen, dass man auch in Schriesheim feiern und Spaß haben kann." Und vielleicht findet der ein oder andere Jugendliche so auch zum Push-Verein.

Damit nichts kaputtgeht im Thekenraum, will der Verein einen mobilen Durchgang zu den Toiletten mit verankerten Vorhängen abgrenzen. "Ich würde mich sehr ärgern, wenn etwas kaputtgeht, wir haben so viel Mühe und Arbeit hier reingesteckt", meint die 16-jährige Sara. Sie hat bei der Neugestaltung geholfen und mitentschieden. "Und genau das will die Jugendarbeit erreichen", sagt Sauter.

Das Push-Gelände soll zu einem Raum werden, in dem Kinder und Jugendliche Verantwortung übernehmen können. "Es soll ein Ort sein, an dem sie nichts leisten müssen, aber Leistung zeigen können", sagt sie. Deswegen strebt sie Kooperationen an. Einige Schulfächer könne man mit der offenen Kinder- und Jugendarbeit verbinden. Flächenberechnung im Matheunterricht könnte man auf dem Push-Gelände anwenden. Mit handwerklichen Arbeiten könnten die Jugendlichen selbst etwas zur Gestaltung des Geländes beitragen. "Kooperationen können auch berufliche Perspektiven bieten", sagt die Sozialarbeiterin. "Zum Beispiel beim Arbeiten mit der Schreinerei Meffert, da könnten die Jugendlichen merken: Hey, das liegt mir."

Die Kooperation zwischen Sauter und dem Push-Verein stimmt beide Seiten zufrieden. "Es ist echt top, dass Saskia Sauter und die Jugendlichen hier so motiviert mitmachen", sagt Hertel. Und wie finden die Jugendlichen die neue Zusammenarbeit? "Wir würden uns unglaublich freuen, wenn es im Winter einen Ort gibt, wo wir hinkönnen, an dem es warm ist", erzählt Sara. "Und gerade für Kinder, die Probleme zuhause haben, ist das toll. Hier kann man auch mit Saskia reden, das ist wichtig", findet sie.

Sauters Ferienprogramm, das sie auch auf dem Push-Gelände veranstaltet, ist schon restlos ausgebucht. Aktuell findet jeden Freitag von 14 bis 17.30 Uhr ein offener Jugendtreff für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren statt. Sauter will dieses Angebot erweitern. "Ich bin im Gespräch mit den Jugendlichen, welche Zeiten für sie attraktiv wären." Mit diesem Wissen möchte sie nach den Sommerferien die Öffnungszeiten verändern und auch Raum für Ältere bieten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung