07.11.2018

Slammer sind für schwierige Akustik gerüstet

Slammer sind für schwierige Akustik gerüstetDrei Lautsprecherzonen und Funkkopfhörer sollen Beiträge verständlich machen - Mit Helen Landsberger ist auch ein "Eigengewächs" dabei

Rechnen mit einem ausverkauften Zehntkeller (v.l.): Frank Habrik von "Word up!", Kandidatin Helen Landsberger sowie Jochen Wähling und Christian Glocker vom Kulturkreis. Foto: Dorn

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. "Für uns als Kulturkreis ist der ‚Poetry Slam‘ eine wichtige Veranstaltung, weil wir mit ihr viele verschiedene Altersgruppen erreichen", sagte Christian Glocker in der Vorbesprechung des Termins. Der Kassierer des Kulturkreises Schriesheim ist Initiator der Veranstaltung, die am Freitag, 23. November, im Zehntkeller zum vierten Mal über die Bühne geht und dem Kulturkreis wohl auch diesmal wieder ein volles Haus beschert: Der Vorverkauf für insgesamt 162 Plätze läuft bereits gut, Interessierte sollten sich von daher rasch entscheiden. "An der Abendkasse gibt es wohl eher keine Karten mehr", meinte Glocker.

Der Schriesheimer "Poetry Slam" brauche sich hinter den Wettbewerben in Heidelberg und Mannheim nicht zu verstecken, findet Frank Habrik, Betreiber von "Word Up!". Das Heidelberger Büro für Bühnenliteratur, Veranstaltungskonzeption und Künstlervermittlung arbeitet von Anfang an mit dem Schriesheimer Kulturkreis zusammen und hat auch jetzt wieder für ein hochklassiges Line-up gesorgt.

Slammer wie Fabian Navarro aus Wien, Jan Cönig aus Frankfurt oder Markus Becherer aus Kaiserslautern sind Wortakrobaten und Poeten, die als Finalisten aus deutschsprachigen Meisterschaften hervorgingen. Und mit der Berlinerin Lisa-Maria Olszakiewicz ist die Gewinnerin des letzten Schriesheimer "Poetry Slams" ebenfalls wieder mit dabei. Mit diesem Feld an Kandidaten, die am 23. November um die Slammer-Krone wetteifern werden, habe man großes Glück gehabt, sagte Habrik.

Zum ersten Mal mitmischen wird Helen Landsberger: Die 23-jährige Germanistik- und Anglistikstudentin stammt aus Nußloch, wohnte kurzzeitig auch in Schriesheim und ist jetzt nach Sandhausen gezogen. Für den Kulturkreis geht sie dennoch quasi als Schriesheimer Eigengewächs auf die Bühne.

"Ich schreibe Gedichte und habe auf Instagram einen eigenen Lyrik-Account", sagte Landsberger, die auch für die RNZ als freie Mitarbeiterin journalistisch tätig ist und im September einen Lyrik-Wettbewerb in Rösrath bei Köln gewann."Für mich ist das dennoch hier der erste große Auftritt", meinte sie weiter und betonte: "Es ist ganz toll, dass es den Poetry-Slam gibt." Zu den neun Kandidaten gesellt sich als "Special Guest" der Singer-Songwriter Sinu. "Er wird zu Beginn und in der Pause das Ganze mit zwei, drei Liedern abrunden", kündigte Glocker an. Und dabei im besten Fall auch beim einen oder anderen Poeten das Lampenfieber dämpfen.

Die Moderation der Veranstaltung liegt erneut in den Händen von Karsten Hohage. Der Schriftsteller und Poetry-Slammer tritt an diesem Abend wieder unter seinem Pseudonym "Grohacke" ans Mikrofon.

Der schwierigen Akustik im Zehntkeller wollen die Veranstalter auf zweierlei Weise begegnen: Durch drei Lautsprecherzonen, die in leichter Zeitverzögerung drei Wellen durch den Zehntkeller schicken, sowie durch die Bereitstellung von insgesamt 50 Funkkopfhörern. "Wir haben das neulich unter den Helfern getestet, und es hat funktioniert", so Glocker.

Wer einen Kopfhörer nutzen will, kann diesen gegen eine freiwillige Spende bei der Veranstaltung abholen. Geliehen hat der Kulturkreis die Geräte laut Glocker bei einem Verleih für "Silent Events", also Veranstaltungen, bei denen die Akustik ausschließlich über Funkkopfhörer transportiert wird. "Die sind aber auf der gleichen Frequenz wie die Mikrofone, daher müssen wir da ein bisschen was umstellen", sagt Glocker.

Der Kulturkreis muss also kreativ werden für einen gut hörbaren Poetry Slam in Schriesheims guter Stube. Glocker kann dem aber auch etwas Positives abgewinnen: "Die Kopfhörer eröffnen uns völlig neue Möglichkeiten, zum Beispiel eine Nachtwanderung mit Poetry Slam", so der Kassierer. "Das sollten wir irgendwann mal ausprobieren."

FiInfo: Karten zum Preis von elf Euro (sechs Euro für Mitglieder und ermäßigt) gibt es bei "Utes Bücherstube" in Schriesheim oder per E-Mail unter: karten@kk-schriesheim.de. Einlass ist am Freitag, 23. November, um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr im Zehntkeller.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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