12.01.2019

Erdbeben zerstörte Haus der Jugendfreundin

Margret Rapp will Spendenaktion für Sizilianerin starten - Beide hatten sich 2017 nach 46 Jahren erstmals wiedergesehen

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Als sie am zweiten Weihnachtsfeiertag nichts von ihrer Jugendfreundin hörte, wurde Margret Rapp stutzig. Täglich hatte die ehrenamtliche Leiterin des DRK-Secondhand-Ladens mit Rosa Impellizzeri auf Sizilien telefoniert, nachdem sich die beiden 46 Jahre lang aus den Augen verloren und schließlich dank eines Fotos aus Jugendzeiten auf Facebook wiedergefunden hatten. Doch Rosa war nicht erreichbar - auch nicht am 27. Dezember, als Rapp aus den Nachrichten von dem Erdbeben nach dem Ausbruch des Vulkans Ätna erfuhr.

"Ich habe schließlich ihren Bruder Angelo erreicht, der einige Kilometer von ihr entfernt wohnt", erinnert sich Rapp. "Er sagte noch, er glaube nicht, dass Rosa von dem Beben betroffen sei - sie wohne ja in einem neuen Haus." Kurze Zeit später stellte sich heraus: Die Wohnung der Impellizzeris hatte dem Beben der Stärke 4,9 kaum standgehalten, Rapps Jugendfreundin wurde mit einer Schlüsselbeinfraktur, einem gebrochenen Daumen und Kopfverletzungen geborgen. Das Zweifamilienhaus in der Kleinstadt Aci Sant’Antonio ist einsturzgefährdet und damit unbewohnbar.

"Jetzt wohnt sie mit 160 Menschen in einem Hotel", erzählt Rapp. "Als nächstes soll sie wohl in Blechbaracken umziehen." Immer wieder kämpft die 63 Jahre alte Schriesheimerin gegen Tränen an. Vor knapp 50 Jahren lernten sich die beiden damals 13 Jahre alten Mädchen in Neckarhausen kennen, Rapp hieß damals noch Ullrich und wohnte in Ladenburg. Impellizzeris Familie wurde schnell zu ihrem zweiten Zuhause, als Jugendliche durfte Ullrich sogar drei Monate in deren Heimat auf Sizilien verbringen - nach einer dreitägigen Fahrt mit vier Personen in einem Opel Kadett.

"Mich hat das total geprägt", erinnert sich Rapp. Sie half der Gastarbeiter-Tochter in Deutschland, sich für die Berufsschule in Mannheim anzumelden. Doch über die Jahre verloren sich die beiden Freundinnen aus den Augen, zogen um, heirateten und nahmen andere Nachnamen an.

Eine Freundschaftsanfrage auf Facebook brachte Rapp und Impellizzeri am 18. April 2017 wieder in Kontakt, es folgten drei Besuche auf Sizilien innerhalb von fünf Monaten. "Sie haben mich sofort eingeladen", sagt Rapp. "Es war, als hätte es die 46 Jahre dazwischen nie gegeben." Seitdem telefonierten die beiden jeden Tag - bis zum 25. Dezember 2018.

Dann kam das Erdbeben, die noch nicht abbezahlte Wohnung wurde zum Trümmerfeld. "Und ich habe mich gefragt: Wie kann ich helfen?", sagt Rapp. Die ehemalige Krankenschwester würde gern eine Spendenaktion starten, ist aber noch auf der Suche nach einer Einrichtung oder einer Organisation, die den strukturellen Rahmen und ein Spendenkonto dafür bieten könnte. "Ich habe mich mal im Internet informiert", erzählt Rapp. "Aber ich weiß nicht, welche Anbieter vertrauenswürdig ist." Den gesamten Erlös einer Spendenaktion werde sie direkt an ihre Jugendfreundin übergeben, verspricht Rapp. "Es wäre wunderbar, wenn das zustande kommt."

Info: Wer die Organisation einer Spendenaktion oder die Einrichtung eines Kontos übernehmen könnte, meldet sich direkt bei Margret Rapp, unter der Telefonnummer 0177/8955129 oder per E-Mail an rapp.m@freenet.de.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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