12.02.2019

KSV Schriesheim: Wechsel zum Lokalrivalen ist schwerer Schlag für die Ringer

Ustaev-Brüder zum ASV Ladenburg - Mit Nebengeräuschen

Von Claus Weber

Heidelberg. Das trifft den KSV Schriesheim hart. Der ASV Ladenburg, der gerade erst zu den Bergsträßern in die Regionalliga aufgestiegen ist, hat vom Lokalrivalen Shamil (18) und Dzhambulat Ustaev (22) abgeworben. Die beiden Brüder zählten in der vergangenen Saison zu den stärksten Athleten der KSV-Staffel und werden nur schwer zu ersetzen sein.

Dass sie nach dem Aufstieg des ASV in die Römerstadt wechselten, ist allerdings keine wirkliche Überraschung. Die beiden Freistil-Experten, die aus Tadschikistan stammen, kamen schon ganz früh nach Deutschland und lernten in Ladenburg das Ringen. "Sie sind als Kinder über Rohrbach zu uns gekommen", erinnert sich Ladenburgs Abteilungsleiter Herbert Maier.

Die Ustaevs fühlen sich längst als Deutsche, hoffen nun auch auf eine baldige Einbürgerung. Das würde sicher auch der Deutsche Ringer-Bund begrüßen. Shamil wurde von Nachwuchs-Bundestrainer Christoph Ewald aus Karlsruhe schon mehrfach als Trainingspartner zu Kaderlehrgängen eingeladen.

Mit den beiden bärenstarken Ustaev-Brüdern hat der ASV Ladenburg seine Kaderplanungen bereits abgeschlossen. "Wir sind jetzt komplett", sagte Herbert Maier, "die beiden sind eine richtig große Verstärkung für uns, ich schätze, sie können 80 Prozent ihrer Kämpfe in der Regionalliga gewinnen." Da die Römerstädter alle Leistungsträger halten konnten, mit denen sie Mitte Dezember souverän die Meisterschaft in der Oberliga gefeiert haben, dürften sie eine Klasse höher eine sehr gute Rolle spielen.

Auch Wolny will weg

Maier traut seiner Staffel sogar zu, in die Top Drei vorzustoßen. Das wäre auch ein Verdienst der ausgezeichneten Nachwuchsarbeit. In den letzten Jahren hat der ASV zahlreiche Medaillen bei deutschen Jugendmeisterschaften errungen.

Mit Aziz Isaev, dem deutschen Jugend-Vizemeister des Vorjahres, soll künftig ein weiteres Eigengewächs in die Staffel eingebaut werden. "Er ist für die 57 Kilogramm-Klasse zwar noch etwas leicht", sagte Herbert Maier, "aber wir wollen ihm die Chance geben und ihm keinen Konkurrenten von außerhalb vor die Nase setzen."

Zudem ist bis zum Rundenstart am 7. September mit dem Heimkampf gegen die WKG Weitenau-Wieslet noch viel Zeit.

Ganz ohne Nebengeräusche gingen die Wechsel ihrer beiden Leistungsträger in Schriesheim allerdings nicht über die Bühne. "Das war eine unschöne Nummer", ärgerte sich KSV-Abteilungsleiter Marc Hartmann, "Shamil hat sich mit uns zu Verhandlungen getroffen, obwohl er schon zwei Wochen zuvor in Ladenburg unterschrieben hatte. Das war vergeudete Zeit."

Da mit Dawid Wolny ein weiterer Leistungsträger gehen dürfte, weil er die Herausforderung in der Bundesliga sucht, klaffen im Schriesheimer Kader für die neue Runde noch beachtliche Lücken. "Wir sind mit mehreren Sportlern im Gespräch", erklärt Hartmann. Auch mit Christian Kopp und dem Ex-Malscher Luciano Testas aus der Oberligamannschaft des KSV Ispringen sollen die Schriesheimer in Verbindung stehen. Vollzug wollte Hartmann aber noch nicht melden.

Mit Attila Tamas und Rahmatullah Moradi bleiben zwei Spitzenkräfte dem KSV treu. Zwei Ausländerplätze sind damit aber bereits belegt. "Die Wechselfrist endet erst am 31. Mai", sagte Hartmann, "wir haben also noch viel Zeit und werden sicher wieder eine gute Mannschaft auf die Beine stellen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung