12.02.2019

Schriesheim-Altenbach: Altenbacher Grundschüler lernten in Projektwoche Kultur der Malinke kennen

Schriesheim-Altenbach: Altenbacher Grundschüler lernten in Projektwoche Kultur der Malinke kennen

Afrika-Rhythmen setzten neue Energie frei - Kinder tanzten selbstbewusst vor großem Publikum

Musikethnologin Jennifer Hofmann lockte die Altenbacher Grundschüler am Freitag in der Mehrzweckhalle aus der Reserve. Foto: Dorn

Von Carolina Paul

Schriesheim-Altenbach. "Wer sprechen kann, kann auch singen, und wer laufen kann, kann auch tanzen", heißt es in einem alten afrikanischen Sprichwort. Nach diesem Motto gestaltete die Grundschule ihre Projektwoche, die stark geprägt war von westafrikanischer Kultur und Musik.

Gemeinsam mit Jennifer Hofmann und Brahima Diabaté von "Wir machen Schule" waren sie gedanklich nach Westafrika zum Volk der Malinke gereist. "Als die beiden am Montagmorgen loslegten, war es plötzlich mucksmäuschenstill", sagte Schulleiterin Anja Münster-Doubravsky beim großen Abschlussfest in der Mehrzweckhalle. Zuerst seien die Schüler sehr schüchtern gewesen und hätten sich noch nicht zu tanzen getraut, erzählte die Schulleiterin.

Zur großen Premiere am Freitag waren auch die Ortschaftsräte und Ortsvorsteher Herbert Kraus gekommen. Gemeinsam mit gut 100 Gästen ließen sie sich von der Kultur der Malinke mitreißen. "Der Tanz gehört dort zum Alltag dazu, deswegen findet man viele alltägliche Handlungen, wie das Waschen der Wäsche oder das Fufu-Stampfen in den Bewegungen wieder", erklärte Musikethnologin Hofmann.

Während sie für den Tanz zuständig war, brachte Diabaté den Kindern die Musik näher. Zusammen mit einigen Schülern füllte er an den Trommeln die Halle ohne Mikofron von oben bis unten mit Musik. Mit ihrer Hilfe setzte die Schülerschaft ungeahnte Energien frei. Mit Tüchern und Schalen, die sie auf ihren Köpfen balancierten, liefen sie von beiden Seiten der Halle aufeinander zu, trafen sich in der Mitte und erzählten eine Geschichte, die ganz ohne Worte zu verstehen war.

Schon nach wenigen Minuten hielt es auch das Publikum nicht mehr auf den Stühlen. Viele Besucher standen auf, klatschen im Takt mit oder ließen den Fuß mitwippen. "Eh, Eh, Afrika", riefen die Kinder - und kurze Zeit später tanzten zwei Mädchen mit breitgefächerten Wedeln in der Mitte, die an die Flügel eines Emus erinnerten. In einem Tanzkreis durften die Kinder in kleinen Gruppen oder alleine die Bühne für sich erobern und improvisieren. Was ruhig und geordnet begann, endete in einem energiegeladenen Fest unterschiedlicher Geschichten vom Ernten, Reisschütteln, Jagen oder Schneiden.

Zum Schluss holten die Kinder ihre Geschwister spontan in den Kreis zum Tanzen, auch einige Mütter und Lehrer ließen sich vom Tanzfieber anstecken. Sie feierten ihre Gemeinschaft mit Rhythmen und großen Gesten. Bis zum Schluss der Veranstaltung hatte sich die Altenbacher Mehrzweckhalle in ein Fleckchen Westafrika verwandelt, denn auch die Temperaturen stiegen in der Mehrzweckhalle mit jeder Bewegung.

Die Projektwoche brachte den Schülern nicht nur die Kultur der Malinke näher, sondern schulte auch ihr Körperbewusstsein und ihr Selbstvertrauen. Im Tanzkreis wurde dies besonders deutlich, als Jungen und Mädchen sich alleine vor das große Publikum trauten, angefeuert von den Rhythmen und dem Zusammenhalt der Gruppe um sie herum. Ihnen waren Freude und Stolz anzusehen. Münster-Doubravsky bedankte sich am Ende nicht nur bei den Schülern und ihren Betreuern, sondern auch beim Förderkreis, der die Projektwoche finanzierte.

Brahima Diabaté riss die rund 100 Gäste beim Abschlussfest der Projektwoche mit. Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung