18.02.2019

Jahr für Jahr Tausende Amphibien gerettet - BUND sucht Helfer

BUND sucht Helfer - Sie sollen Tiere über die Straßen im Steinach- und im Schriesheimer Tal bringen

Schriesheim. (RNZ) Bald ist es wieder so weit - ein paar mildere Nächte, und Tausende von Kröten verlassen ihr Winterquartier, um zu ihrem Geburtsgewässer zu laufen, sich zu paaren und zu laichen. Abhängig von der Witterung erstreckt sich die Krötenwanderung über den Zeitraum von Anfang März bis Mitte April. Viele Kröten, Frösche, Molche und Salamander müssen Straßen überqueren. Die Aktivitätszeit erstreckt sich vom Einbruch der Dämmerung bis in den frühen Morgen.

In milden und regnerischen Nächten können mehrere Hundert Tiere auf wenigen Hundert Metern Straße unterwegs sein. Es gibt "Brennpunkte", wo besonders viele Tiere zu Tode kommen. Dort überleben nur etwa zehn Prozent der Tiere - wenn ihnen in dieser Zeit nicht geholfen wird. Zu diesen Stellen gehören die L 535 zwischen Altneudorf und Heiligkreuzsteinach in Höhe der Forellenzuchtanlage - und dieselbe Straße weiter nördlich bei den Fischteichen hinter der Landesgrenze. Betroffen sind aber auch die Straßen am Rückhaltebecken im Schriesheimer Tal, die Straße nach Altenbach (L 596 a) und die Talstraße Richtung Wilhelmsfeld (L 536).

Der Teich am Ursenbacher Hof zieht ebenfalls viele Kröten an. Sie überqueren dabei die Straße in den Ortsteil. Seit Jahrzehnten baut deshalb der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) mit Helfern Fangzäune, um die Kröten am Queren der Straße zu hindern. Nacht für Nacht sammeln Freiwillige die Kröten ein und tragen sie über die Straße. 2017 retteten sie mehr als 2400 Amphibien, allein im Schriesheimer Tal. Die BUND appelliert an alle Kraftfahrer, an den Querungsstellen den Fuß vom Gas zu nehmen, damit weder Tiere noch Menschen in Gefahr geraten. Für den Zeitraum von sieben Wochen werden zudem Helfer gesucht.

Info: Wer mitmachen will, wendet sich an bund@edit-spielmann.de oder 0177/ 6 88 73 61.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung