18.04.2019

Sie wollen in New York hoch hinaus: Feuerwehrmänner von der Bergstraße nehmen am Treppenlauf im World Trade Center te

Sie wollen in New York hoch hinaus: Feuerwehrmänner von der Bergstraße nehmen am Treppenlauf im World Trade Center te

"New York City Memorial Stair Climb" am 4. Mai - Erinnerung an Opfer der Terroranschläge

Die Bürgermeister Hansjörg Höfer (l., Schriesheim) und David Faulhaber (r., Dossenheim) unterstützen die Treppenläufer (vorn, v.l.) Dominik Ridinger, Dominik Brand, Tobias Beck und Dennis Pereila seitens der Kommunen finanziell bei der Reise nach New York. Foto: Alex

Von Lukas Werthenbach

Dossenheim/Schriesheim. In Gedenken an die 343 Feuerwehrleute, die in Folge der Terroranschläge am 11. September 2001 in New York starben, wollen nun am selben Ort vier Einsatzkräfte von der Bergstraße Großes leisten: Dossenheimer und Schriesheimer Feuerwehrmänner nehmen am Treppenlauf im neu gebauten "Three World Trade Center" teil. Neben einem Floriansjünger aus Bayern sind sie die einzigen Deutschen, die sich dem "New York City Memorial Stair Climb" am 4. Mai stellen.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, aber für den guten Zweck. 80 Stockwerke und damit fast 1300 Stufen wollen die Brandschutzkräfte bezwingen - jeweils beladen mit ihrer rund 20 Kilogramm schweren Ausrüstung samt Sauerstoffflasche. Damit verbunden ist eine Spendenaktion, bei der unter anderem die Teilnahmegebühren einer Organisation zugutekommen, die im Zusammenhang mit Opfern und Hinterbliebenen der "9/11"-Terroranschläge steht.

Für die Dossenheimer Tobias Beck, Dominik Ridinger und Dennis Pereila sowie den Schriesheimer Dominik Brand ist dies nicht der erste Wettbewerb - so hoch hinaus ging es für sie aber noch nie. "Wir haben keinen Schimmer, was uns erwartet", sagt der 35 Jahre alte Tobias Beck, "das bisher Höchste war ein Treppenlauf in Frankfurt mit 61 Stockwerken, und das war schon grob."

Dabei sind die Vier von der Bergstraße durchaus wettkampferfahren: Seit 2015 gibt es bei der Dossenheimer Wehr ein Team für Feuerwehrsport, dem auch das Quartett angehört. Seither nimmt die Gruppe jährlich an rund zehn "feuerwehrspezifischen Wettbewerben" teil, darunter auch mehrere Treppenläufe. "Wir trainieren regelmäßig zum Beispiel im Victoria-Turm in Mannheim", so Beck, "aber der hat nur 26 Stockwerke". Daher laufen sie dort die Treppen gleich wieder herunter, nachdem sie oben angekommen sind.

Das Flugzeug von Frankfurt nach New York hebt für die Gruppe am 1. Mai ab. Natürlich wollen Beck und seine drei Kollegen im Alter zwischen 23 und 28 Jahren die restliche Zeit ihres Aufenthalts auch nutzen, um die Weltmetropole an der Ostküste der Vereinigten Staaten zu erkunden. Die Männer finanzieren die Reise aus eigener Tasche. Die Bürgermeister von Dossenheim und Schriesheim, David Faulhaber und Hansjörg Höfer, übergaben ihnen einen dreistelligen Betrag als finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinden.

Die Spannung bei den vier Läufern steigt indes langsam. 343 Feuerwehrleute aus der ganzen Welt nehmen an dem Treppenlauf in New York teil. "Jeder läuft für einen verstorbenen Feuerwehrmann und bekommt eine Karte mit dessen Name", erklärt Beck. Gestartet wird einzeln nacheinander: "Jeder trägt einen Zeitchip und läuft bei Start und Ziel durch eine Lichtschranke."

So erstreckt sich der "Stair Climb" auf den ganzen Tag, am Ende ergibt sich eine Rangordnung mit den verschiedenen Zeiten der Läufer. "Der bisherige Rekord für die 80 Stockwerke im World Trade Center liegt bei 16 Minuten und 23 Sekunden", sagt Beck.

Das Wichtigste sei für die Gruppe aber, überhaupt oben anzukommen, damit etwas Gutes zu tun und im besten Fall auch andere für den Feuerwehrsport zu begeistern. Am 8. Mai geht es dann vom "Big Apple" zurück an die Bergstraße - aber nur für kurze Zeit, denn am 11. Mai steht schon der nächste Treppenlauf an: in der Bundeshauptstadt Berlin. "Aber das sind nur 40 Stockwerke", sagt Beck mit einem Augenzwinkern.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung