26.08.2019

Waldschwimmbad knackt die 50.000er-Marke

Wenige Wochen vor Saisonschluss zieht Betreiberverein positive Zwischenbilanz - Ab 1. September werden Öffnungszeiten verkürzt

Schriesheim. (kaz) " Sie kommen wie gerufen. Heute werden wir die 50.000 er-Marke knacken", kündigt Jochen Wähling der RNZ-Reporterin am Samstagvormittag kurz nach 10 Uhr an und meint damit die Besucherzahl im Waldschwimmbad. Nach dem Rekordjahr 2018, bei dem der Trägerverein IEWS um die 71.000 Badegäste zählte, kann sich die vorläufige Bilanz wenige Wochen vor Saisonende durchaus sehen lassen.

Zum Vergleich: In der Saison 2017 lag die Besucherzahl bei rund 49.000, 2016 bei rund 47.000, 2015 bei etwa 53.000, 2014 wegen der Sperrung der Talstraße im Zusammenhang mit dem Bau des Branich-Tunnels nur bei 36.000. Wähling als stellvertretender IEWS-Vorsitzender freut sich über derzeit 6480 Vereinsmitglieder und über 440 Neueintritte in der laufenden Saison. Vor allem junge Familien haben sich demnach zur Mitgliedschaft entschieden. Wähling weiß allerdings auch: Bis zur nächsten Jahreshauptversammlung wird sich der Zuwachs durch Austritte, oft bedingt durch Ortswechsel und aus Altersgründen, vermutlich wieder halbieren. Das Ergebnis wertet er trotzdem als spitze.

Die günstige Jahreskarte in Kombination mit dem Mitgliedsbeitrag gibt’s auch für Alleinerziehende. "Wir sind einfach ein familienfreundliches Bad, in dem man Ruhe und Entspannung findet. Die Leute fühlen sich hier wohl", sagt Hans Portz. Erst kürzlich hat er bei einer Ferienaktion der "Ökostromer" Kindern erklärt, wie die Technik im Schwimmbad funktioniert. Da ging es auch um die neue Solartherme. "Die ist ein Volltreffer", sagt Wähling.

Seit deren Inbetriebnahme war die Wärmepumpe nur wenige Tage vor Eröffnung des Waldschwimmbades Ende April in Betrieb, um das Wasser im Becken von etwa 17 auf an die 24 Grad aufzuheizen. Dann kam die Pumpe Ende Mai nochmals zum Einsatz. Für 24 Stunden entstehen Kosten in Höhe von etwa 400 Euro, andererseits speist die IEWS selbst erzeugten Strom ins Netz ein "Wenn man die Einnahmen und die Einsparungen aufrechnet, heizen wir das Bad quasi zum Nulltarif", so Wähling.

Neu in diesem Jahr war die versuchsweise Einrichtung einer "Schnellschwimmerbahn" immer dienstags. Damit folgte man einem Antrag aus der letzten Jahreshauptversammlung. Stets ausgebucht waren Wähling zufolge die Aqua-Wellness-Kurse, aber auch die normalen Schwimmkurse. Kinder können zudem ohne Anmeldung bei den Schwimmmeistern ihr "Seepferdchen" machen.

Doch auch bei den älteren Gästen steht das Bad hoch im Kurs: "Wir gehen wieder in unser Heilwasser", werden Wähling und Portz von Stammgast Werner Opfermann begrüßt. Mit seiner Ehefrau Gertrud ist er dem Verein zur Erhaltung des Waldschwimmbades seit dessen Gründung 1991 treu. "Wir werden demnächst 90 Jahre alt", verrät Gertrud und erzählt davon, wie sie schon 1936 im Bad planschte - bei 17 oder 18 Grad Wassertemperatur. Viel wärmer wurde das mit Quellwasser gespeiste Schwimmbecken meist nicht. Auf etwas niedrigere Temperaturen drinnen wie draußen sollten sich auch die übrigen Badegäste demnächst einstellen. Noch ist das Wasser zwar 24 Grad warm, kühlt abends dann aber um ein bis zwei Grad ab. Ab dem 1. September ist deshalb nur noch bis 20 Uhr geöffnet.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung