18.09.2019

Geplante Hundetagesstätte hat mit Auflagen zu kämpfen

Ausschuss für Technik und Umwelt stimmte mehrheitlich für die "HuTa" - Letztlich liegt die Entscheidung aber beim Landratsamt

Von Marco Partner

Schriesheim. Es könnte ein zweites Zuhause für Hunde werden: Während Herrchen und Frauchen zur Arbeit gehen, wären Bello, Fiffi und Co. rundum versorgt. In tierischer Gesellschaft, mit festen Futterzeiten, statt zu Hause im Flur einsam darauf zu warten, dass sich endlich wieder die Haustür öffnet. Denn eine Existenzgründerin plant, im Gewann Fröch eine Hundetagesstätte zu errichten. Nach der Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt (ATU) ist sie diesem Vorhaben einen Schritt näher gekommen, auch wenn die Umsetzung noch mit einigen Schwierigkeiten behaftet ist.

Das Gremium sprach sich am Montagabend bei seiner Sitzung mit großer Mehrheit für die tierfreundliche Geschäftsidee aus. "Da wurde von der jungen Unternehmerin eine Marktlücke entdeckt", sagte Karl Reidinger von der CDU. "Hunde sind für manche Besitzer fast schon ein Kinderersatz. Da ist es fast logisch, dass man eine HuTa errichtet. Doch was kommt als nächstes: eine KaTa für Katzen?", fragte Georg Grüber von der Grünen Liste spaßeshalber, war aber begeistert.

Auf einer ehemaligen Produktionsstätte für Lüftungstechnik und Medizinbedarf soll das Hundezentrum entstehen. Neben einer täglichen Betreuung von zehn bis 15 Hunden sollen Besitzer auch Seminare besuchen, eine Gesundheits- und Ernährungsberatung sowie eine Hundeschule mit Verhaltenstherapie angeboten werden. "Der Platz ist prädestiniert, es gibt kein Lärmproblem", betonte Grüber.

Und doch ergeben sich aus Sicht des Amtes für Landwirtschaft und Naturschutz im Landratsamt einige Probleme. Der Flächennutzungsplan weist nämlich eine Fläche für die Landwirtschaft aus. "Es ist kein privilegierter Betrieb, weder für Land- noch Forstwirtschaft", sagte Beate Kreis vom Stadtbauamt.

Das Vorhaben ist daher mit einigen Auflagen versehen: Neben ausreichend Parkplätzen, einer Einzäunung und der entsprechenden Entsorgung des Hundekots sollten bei der Zufahrt Ausweichbuchten für den Gegenverkehr geschaffen werden. "Das könnte ein Knackpunkt sein", befürchtete Reidinger. Denn die anfallenden Kosten könnten die "HuTa"-Idee platzen lassen. Der Ausschuss stimmte daher mehrheitlich dafür, die Ausweichbuchten nicht zur Auflage zu machen. Letztlich liegt die Entscheidung darüber aber beim Landratsamt. Deshalb bat SPD-Fraktionssprecher Sebastian Cuny die Stadtverwaltung, das Gespräch mit dem Amt für Landwirtschaft und Naturschutz zu suchen.

"Aus landwirtschaftlicher Sicht bin ich dagegen. Der Bedarf ist zweifelsohne da, es ist ein gutes Projekt - aber an falscher Stelle", fand dagegen Jutta Becker von den Freien Wählern. Während Fraktionskollege Hans Beckenbach zumindest auch die Ausweichbucht als unbedingte Auflage verstand, lehnte Becker das gesamte Vorhaben ab: "Es wäre auf dem Hundeplatz besser aufgehoben."

Die anderen Fraktionen jedoch waren mit der Ortswahl zufrieden. "Es ist der richtige Standort. In anderen Bezirken, zum Beispiel im Baugebiet Nord, gebe es wohl deutlich mehr Konfliktpotenzial", sagte Cuny. Auch FDP-Stadtrat Wolfgang Renkenberger zeigte sich von der Einrichtungsidee sehr angetan. "Aber an den Kosten könnte es noch scheitern."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung