05.11.2019

Kurpfalz-Realschule sammelte bei Spendenlauf für "Ein Kiwi gegen Krebs"

Als Team etwas Großes geleistet - Die Idee dazu kam von einer Zehntklässlerin

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Auf ein Startsignal warten sie gar nicht erst: Im Sprinttempo starten die ersten Fünft- und Sechstklässler der Kurpfalz-Realschule Schriesheim (KRS) am Freitagvormittag vor den Herbstferien ihre Premierenrunde auf der Tartanbahn des Sportzentrums, viele weitere sollen noch folgen. "Die sind richtig motiviert", sagt Verbindungslehrerin Antonia Eberhardt und lächelt. Es ist der erste Spendenlauf der KRS für die Schriesheimer Initiative "Ein Kiwi gegen Krebs", die Idee dazu kam von einer Zehntklässlerin.

Laura Grab stand mit einer orangen Warnweste an der Südkurve der Laufbahn, in der Nähe des Fußballtores. "Als Streckenposten und Motivationscoach", sagte die 16-Jährige. Als die Aktiven der Schülermitverantwortung (SMV) ihre Arbeit während der jüngsten Projekttage an der Schule für einige Zeit für alle Schüler öffneten, kam Grab die Idee für den Spendenlauf. "An meiner ehemaligen Schule, dem Carl-Benz-Gymnasium in Ladenburg, haben wir öfter gemeinsame Läufe gemacht", sagte sie. "Ich wollte das hier mit dem Spendenaspekt zusammenbringen."

Gesagt, getan? Ganz so einfach sei es nicht gewesen, sagte Grab. "Man muss bei so einer Veranstaltung an viel mehr denken, als ich vorher gedacht habe." Mit einem vierköpfigen Schülerteam machten sich Verbindungslehrerin Eberhardt und ihre Kollegin Christin Lutze an die Arbeit. "Auch die Schulleitung war bei dem Vorhaben von Anfang an dabei", sagte Letztere. Der von den Maltesern ausgebildete Schulsanitätsdienst übernahm die Betreuung an der Seitenlinie, viele Schriesheimer Firmen und Betriebe spendeten Verpflegung oder sponserten laufende Schüler.

Das konnte in manchen Fällen teuer werden: Felix Kaiser lief 28 Runden über je 400 Meter, also eine Distanz von etwas mehr als elf Kilometern in den ersten zwei Schulstunden. Je nachdem, wie viele Sponsoren die Schüler für ihre Karten verpflichtet hatten, konnte so eine beträchtliche Summe zusammenkommen.

Laut Elternbereitsvorsitzender Christiane Haase lief die Auszählung am gestrigen Montag noch. Sie geht davon aus, dass am Ende eine stolze Summe zusammenkommen wird. Einzelne Schüler sollen sogar um die 300 Euro erlaufen haben. Daran hatte auch Mira Heuning ihren Anteil. Sie motivierte die Fünft- und Sechstklässler vor dem Start mit einer selbst verfassten Rede: "Dank jedem Einzelnen von Euch können wir als Team etwas Großes bewegen - ein Team, ein Ziel: eine Kindheit ohne Krebs", rief die Zehntklässlerin ins Mikrofon. Noch bevor zum Start Popmusik aus den Lautsprechern kam, waren die Schüler gestartet.

"Ich bin total begeistert", sagte Stefanie Munoz von der Initiative "Ein Kiwi gegen Krebs". "Die Kinder sind enthusiastisch, auch weil der Zweck greifbar und ortsnah ist." Trotz des Starts an einem Freitagvormittag kamen auch viele Eltern ins Sportzentrum, um den Kindern beim Spendenlauf zuzusehen. "Die Schüler haben schon gefragt, ob wir das nächstes Jahr wieder machen können", sagte Verbindungslehrerin Lutze.

Initiatorin Laura Grab wäre, wenn alles glatt läuft, bei einer Neuauflage nicht mehr dabei: Im kommenden Jahr steht die Prüfung zur Mittleren Reife an. Und dann? "Ich will nach der Schule auf jeden Fall beruflich etwas in Richtung Organisation und Planung machen", sagte sie. "Heute läuft schon mal alles wie am Schnürchen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung