21.01.2020

Stadt will 2020 rund 500.000 Euro in die Feuerwehr investieren

Bürgermeister möchte Debatte um Schriesheimer Gerätehaus voranbringen - Einsatzstatistik war bei Versammlung ebenfalls Thema

Schriesheim. (kaz) Als Oliver Scherer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, bei der Jahreshauptversammlung am Freitag über die Einsätze 2019 in Schriesheim und Umgebung berichtet, hatte dies auch erheiternde Momente. Zum Beispiel, als es um den Vorfall im Branichtunnel am 3. Oktober ging.

An dem Feiertag war die Wehr frühmorgens wegen starker Rauchentwicklung alarmiert worden. Die Ursache zu erforschen, dauerte ein bisschen. Doch dann klärte sich dank Video-Überwachung im Tunnel alles auf. Ein vermutlich "älterer amerikanischer Schulbus mit Motorschaden" hatte über seinen Auspuff den Rauch aufgewirbelt, der nicht so einfach wieder abzog.

Großbrände musste die Freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr nicht löschen. Lediglich ein Misthaufen im Feld und eine Gartenhütte in Hanglage gerieten in Flammen, konnten aber schnell gelöscht werden. Im Februar und im September gab es einen Rettungseinsatz im Steinbruch Dossenheim, nachdem dort Kletterer abgestürzt waren.

Ein denkwürdiger Tag war auch der 10. Dezember. Nach einem Verkehrsunfall auf dem Autobahnzubringer musste eine eingeklemmte Person aus einem Auto befreit werden, wenig später ging erneut ein Notruf ein: Ein Gleitschirmflieger war in einem Baum gelandet und musste von dort runtergeholt werden. Auch Schwelbrände gingen in die Statistik ein. Einen gab es am 6. September im Waldschwimmbad, einen weiteren rund drei Monate später in einem Einkaufsmarkt. Eine Wolke nach einem Chemieunfall in Heidelberg beschäftigte die Feuerwehr schon am 2. Februar.

20 Mal waren Mitglieder der Wehr während des Mathaisemarkts zwischen dem 8. und 17. März im Einsatz. Der Krisenstab entschloss sich damals nach intensiver Rücksprache mit dem Wetterdienst, den für den ersten Sonntag geplanten Umzug wegen einer Sturmwarnung abzusagen. In Schriesheim richtete der Sturm keine Schäden an, im wenigen Kilometer entfernten Hirschberger Ortsteil Großsachsen riss er aber ein Dach bei einem Autohaus ab.

Die 199 Einsätze im Jahr 2019 dauerten insgesamt 2322 Stunden. In dem Zeitraum gingen bei einem Zeitaufwand von 1643 Stunden 23 Übungen über die Bühne, bei denen sich Scherer aber mehr Beteiligung gewünscht hätte. Im Dienstjahr 2019 musste die Schriesheimer Wehr auch 44 Fehlalarmen nachgehen. Fünf Mal war dafür ein defektes Gerät im Kurpfalz-Schulzentrum der Auslöser. Das hätte laut Kommandant Scherer verhindert werden können, wenn man es rechtzeitig ausgetauscht hätte. Der gesellige Höhepunkt des Jahres war der Aufenthalt bei der befreundeten Wehr im österreichischen St. Margarethen, die alle fünf Jahre Jubiläum feiert – zuletzt war es das 115-jährige Bestehen.

Und was tut sich in Schriesheim? "Wir müssen mit dem Feuerwehrhaus vorwärtskommen", so Bürgermeister Hansjörg Höfer in seinem Grußwort zum Ende der Versammlung, verbunden mit der Botschaft, die Stadt werde 2020 rund 500.000 Euro in die "Gesamtwehr" investieren, vor allem in Fahrzeuge.

Hintergrund: Mehrere Beförderungen standen bei der Jahreshauptversammlung auf dem Programm: Lisa Krämer ist nun Löschmeisterin. Julian Döbler, Nicolas Spatz und Katharina Fießer wurden zu Oberfeuerwehrmann und -frau ernannt, Alexander Blumenstein und Leon Ulrich zum Feuerwehrmann. Die beiden Letztgenannten wurden mit Tim Fremgen, Linus Merkel, Florian Wagner sowie Patrick und Tobias Schmitt in die Einsatzabteilung übernommen. Thorsten Riedling wurde zum Gruppenführer, Thomas Becher zum Zugführer bestellt.

Geehrt wurden zudem Bernhard Liebetrau 50 Jahre und Florian Kimmel für 25 Jahre Mitgliedschaft. (kaz)

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung