26.01.2020

Startschuss für größten Spielplatz ist gefallen

Gelände in der Mozartstraße wird bis Ende April neu gestaltet - Seilbahn, Rutschenturm und Riesenschaukel als Hauptattraktionen

Schriesheim. (fjm) Die Bagger rollen in der Mozartstraße schon seit Montag. Rutschen, Klettergerüst, Sandkasten: Alle Geräte, die über Jahrzehnte auf Schriesheims größtem Spielplatz standen und zuletzt aus Sicherheitsgründen gesperrt werden mussten, sind verschwunden. Auch die Fallschutz-Beläge sind inzwischen abgeräumt, der Spielhügel mit Sandstein-Felsen wird ebenfalls verschwinden. Denn die Stadt erneuert das 1500 Quadratmeter große Gelände komplett, 220.000 Euro kostet der Umbau.

"Das ist eines der größten Projekte in Schriesheim, was Spielanlagen angeht", sagt Patrick Schmidt, im Bauamt der Stadtverwaltung für Grünflächen zuständig. Und es ist eine Premiere: Zum ersten Mal hat die Stadt bei der Planung die Anwohner beteiligt, mehrere Workshops fanden dazu im vergangenen Jahr statt. Zwar hatte Landschaftsarchitektin Kornelia Werle zuvor schon einen Entwurf für die Gestaltung vorgelegt, doch der Gemeinderat hatte eine andere Idee.

Rolf Schwarz, Spielplatz-Pädagoge mit Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe, sollte in den Prozess eingebunden werden und erklärte sich auf Nachfrage dazu bereit – auf ehrenamtlicher Basis. "Das war für diesen Spielplatz ein echter Bonus", sagt Schmidt.

Auf Papier kann sich das Ergebnis schon sehen lassen: Zwei Riesenschaukeln mit einer Höhe von vier Metern werden an der östlichen Grenze errichtet, der Spielhügel wird wieder aufgebaut und erhält eine Burg mit einer drei Meter hohen Rutsche. Südlich des Hügels können sich die Kinder mit einer Seilbahn auf den Weg in Richtung Osten machen. Dort warten eine Wippe, Sitzgelegenheiten und der Kleinkindbereich mit Sandfläche und Nestschaukel.

"Es ist wirklich für jede Altersgruppe was dabei", sagt Landschaftsarchitektin Werle, die nach den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung wieder mit den Planungen für den Spielplatz betraut worden ist. "Wir werden ein besseres Spielangebot und größere Sicherheit für die Kinder haben." So entspricht der neue Spielhügel beispielsweise wieder den Vorschriften in Sachen Fallhöhe für Kinderspielplätze.

Derzeit gleicht das Gelände aber noch einer Brachfläche. Bis der Abbruch abgeschlossen ist, wird es nach Angaben von Olaf Kadner, der mit seinem Landschaftsbau-Betrieb für die Arbeiten zuständig ist, noch bis Anfang Februar dauern: "Dann beginnt das Modellieren." Der neue Spielplatz könnte schon Ende April eingeweiht werden. "Wenn das Wetter mitmacht", merkt Landschaftsarchitektin Werle an.

Dann werden auf dem Gelände auch mehrere Sitzgruppen zur Verfügung stehen, obwohl einige Anwohner in den Workshops Bedenken geäußert hatten, dass dort ein neuer Treffpunkt für Jugendliche entstehen könnte. Spielplatz-Pädagoge Rolf Schwarz hatte bei der Vorstellung der Ergebnisse im September jedoch für Sitzgelegenheiten plädiert. Diese lägen gut einsehbar direkt an der Straße, Jugendliche würden meist eher versteckte Plätze suchen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung