11.02.2020

Sturmtief "Sabine": Noch einmal glimpflich davongekommen

"Sabine" knickte Bäume um, löste Dachziegel und ließ Schulbusse ausfallen - Die Feuerwehren haben aber schon Schlimmeres erlebt

Neckar/Bergstraße. (flb/krs/web) Die Aufregung vorab war groß, am Ende kam die Region glimpflich davon: Sturmtief "Sabine" legte vor allem am Montagmorgen Busse und Bahnen lahm. Betroffen davon waren auch die Schüler. Die Feuerwehren hingegen meldeten nur wenige Einsätze. Die RNZ fasst die Auswirkungen des Sturmtiefs an Bergstraße und Neckar zusammen:

Schulen: Im Ladenburger Carl-Benz-Gymnasium entfiel nach der vierten Stunde, also um 11.30 Uhr, der Unterricht. "Wir haben gesehen, dass normaler Unterricht heute nicht geht", sagte Schulleiterin Hannelore Buchheister. Sie schätzte, dass zwei Drittel der CBGler das Gymnasium nicht erreichten. "Dadurch, dass die Schulbusse nicht fuhren, konnten viele Kinder aus den umliegenden Gemeinden nicht kommen." Für Schüler, die nach der vierten Stunde noch nicht heimgehen konnten, gab es im Anschluss die Hausaufgabenbetreuung.

Am Schriesheimer Kurpfalz-Gymnasium war die Lage entspannter, der Unterricht verlief normal. Schulleiter Jürgen Sollors schätzte, dass etwa 50 der knapp 780 Schüler fehlten. "Besonders die Wilhelmsfelder konnten nicht kommen, weil die Busse nicht gefahren sind."

Auch am Weinheimer Werner-Heisenberg-Gymnasium gab es keine Unterrichtsausfälle. "Wir machen heute alles ganz normal", sagte der stellvertretende Schulleiter Martin Schmitt. Das war auch an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (DBS) der Fall. Schulleiterin Andrea Volz zählte im DBS-Gymnasium rund 100 Fehlmeldungen, oft wegen ausfallender Busse. Stärker traf "Sabine" die Helen-Keller-Berufsschule. "Heute haben viele gefehlt", teilte die Schule mit. Es gab Vertretungsstunden, andere Klassen wurden mit Übungsaufgaben versorgt. Die Berufsschulen sind wegen ihres großen Einzugsgebiets stark auf den ÖPNV angewiesen.

Keine Auswirkungen auf den Schulbetrieb hatte "Sabine" zwar auf den Unterricht in den Grundschulen, doch die Fehlquoten waren verschieden hoch. An der Pestalozzischule in Edingen fehlten am Montag nach Angaben von Konrektorin Simone Schroth etwa 100 von 276 Kindern. Deutlich weniger Kinder waren es an der Martin-Stöhr-Grundschule in Leutershausen. Von 240 Schülern seien zwölf nicht gekommen, so Rektorin Sabine Keuthen-Brandt. Unterrichtsverschiebungen oder Ausfälle gab es wegen des Unwetters nicht. Laut Katja Hoger, Geschäftsführende Schulleiterin in Weinheim, ging auch an den Grundschulen der Zweiburgenstadt die Welt nicht unter. Dass Eltern den Nachwuchs auch daheim lassen konnten, habe der Gesamtelternbeirat klar kommuniziert, so die Schulleiterin.

Schäden: "Bei uns ist alles gut", so Schriesheims Feuerwehrkommandant Oliver Scherer. In der Talstraße drohten Ziegel herunterzufallen, die Kräfte seien zwar da gewesen, hätten aber empfohlen, eine Fachfirma zu beauftragen. Ähnlich lief es in Hirschberg. Im Ortsteil Leutershausen sei eine Fichte auf ein Haus gefallen. "Es wurde aber nicht beschädigt", sagte Kommandant Peter Braun. Auch hier muss eine Fachfirma ran. Am Dach der Markthalle in Großsachsen hatte sich ein Ziegel gelöst. Weil die Bauhof-Mitarbeiter den Hubsteiger zunächst nicht ausfahren konnten, wurde die Zufahrt unter anderem zur Alten Turnhalle gesperrt. Als der Wind nachließ, bemerkten die Arbeiter weitere lose Ziegel. Die Parkplätze darunter bleiben gesperrt, bis die Gemeinde das Dach herrichten kann.

Die Freiwillige Feuerwehr Edingen-Neckarhausen musste nur ein Mal ausrücken. "Gegenüber der Graf-von-Oberndorff-Schule haben sich Teile vom Dach einer Scheune gelöst, die haben wir gesichert", so Gesamtkommandant Stephan Zimmer. Einen Sturmschaden gab es noch im Kothe-Park in Edingen. Dort stürzte eine über 100 Jahre alte Rosskastanie über die Neckarmauer und auf den darunter verlaufenden Neckarweg. Die Gemeinde kümmerte sich darum.

Stärker gefordert war die Freiwillige Feuerwehr Ladenburg, die sieben Mal ausrückte. Kommandant Harald Lange sah das aber entspannt: "Da haben wir bei einem ordentlichen Sommergewitter mehr zu tun." So sei unter anderem in der Weinheimer Straße und auf der Umgehungsstraße L 597 je ein Baum umgestürzt, in der Neckarstraße ein Bauzaun umgefallen, "und an der Baustelle Martinshöfe sind ein paar Verkleidungen rumgeflogen".

Weinheims Feuerwehrsprecher David Kunerth hat ein gutes Dutzend Unwettereinsätze gezählt. So stürzte in Oberflockenbach ein Baum auf ein Haus, die Feuerwehr übernahm die Sicherungsarbeiten. Einen Einsatz gab es auch zwischen Windeck und Wachenburg, wo ein Baum auf einer Telefonleitung landete.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung