17.02.2020

Altenbach: Alle Fraktionen bewerten Finanzplanung als ein "Bekenntnis zum Ort"

Altenbach: Alle Fraktionen bewerten Finanzplanung als ein "Bekenntnis zum Ort"

Haushaltsausprache in Altenbach - Zahlreiche Investitionen im Schriesheimer Ortsteil

Auch in die Friedhofskapelle in Altenbach wird erheblich investiert. Foto: Dorn

Schriesheim-Altenbach. (stek) Normalerweise sind Haushaltsausprachen eine eher trockene und zahlenlastige Angelegenheit. Und objektiv betrachtet gehörte die Aussprache zu den Anforderungen von Haushaltsmitteln für Altenbach natürlich in diese Kategorie. Doch in besagter Sitzung lief unter den Zahlen eine Art Subtext, der im Ortschaftsrat Erleichterung auslöste. Verbarg sich in dem Zahlenwerk doch die Botschaft, dass Schriesheim Altenbach nicht vergessen hat. Quer durch alle Fraktionen brachten die Sprecher ihre Freude zum Ausdruck, dass die für 2020 geplanten Investitionen Schriesheims in Altenbach erheblich seien.

Im Stadtteil gab es große Befürchtungen, dass man angesichts der anstehenden mehr als 20 Millionen Euro schweren Sanierung des Kurpfalz-Gymnasiums mehr oder weniger unter den Tisch falle. Nun scheint das Gegenteil eingetreten zu sein. Carsten Junghans (FWV) erkennt in dem Zahlenwerk "ein Bekenntnis zum Ort". Und Suzanne Epp (GL) ergänzte, dass mit diesem Plan deutlich werde, dass Schriesheim Altenbach nicht vergessen habe.

Eine Sicht, die auch Ortsvorsteher Herbert Kraus teilte. Nachdem er kurz den Wechsel vom kammeralen zum doppischen Haushalt erklärte, wandte er sich den Zahlen zu. Dabei sind für den Kindergarten rund 378.000 Euro, für die Mehrzweckhalle 328.000 Euro, die Grundschule 89.000 Euro und die Verwaltungsstelle 70.000 Euro eingeplant.

Wie sehr Schriesheim in den Ortsteil investiert, wurde mit den Zahlen aus dem Ergebnishaushalt deutlich. In die Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und Ausstattung der Feuerwehr Altenbach werden knapp 33.000 Euro und in die Dorfentwicklung knapp 70.000 Euro investiert. In den Bereich Kindergarten fließen Investitionen in Höhe von 25.000 Euro, in das neue Grabfeld plus Sanierung der Friedhofskapelle 305.000 Euro und den Ausbaus des schnellen Internets rund 580.000 Euro. Für die Wartung des Kunstrasens sind 2000 Euro, die Kerweförderung 10?000 Euro und die Sanierung von Gemeindestraßen, wie den Birkenweg aber auch Talstraße, rund eine Million Euro veranschlagt. Für 50.000 Euro wird die Straßenbeleuchtung in der Brunnenstraße erweitert, und für den Spielplatz Altenbach nimmt die Stadt 120.000 Euro in die Hand.

Auch Bürgermeister Hansjörg Höfer möchte die Zahlen als ein Bekenntnis zu Altenbach verstanden wissen. Es gehe darum, den Ortsteil attraktiv zu gestalten, damit sich die Menschen wohlfühlten und gerne hier lebten. 2020 werde "ein gutes Jahr für Altenbach". Eine Einschätzung, die von Carsten Junghans (FWV) und Suzanne Epp (GL) über Karl Reidinger (CDU) bis Karin Malmberg-Weber (SPD) einhellig geteilt wurde. Reidinger betonte, dass es nicht zu übersehen sei, dass sich der Ort entwickle und zwar in die richtige Richtung. Nur bei der Friedhofskapelle befürchtete er, dass die Kosten zu hoch seien und das in die Nähe einer Luxussanierung käme. Kraus entgegnete, dass die Pläne dem Ortschaftsrat vorgelegt würden, von einer Luxussanierung aber keine Rede sein könne. In die Diskussion geriet kurz der Fibernetausbau, der ja eigentlich schon hätte beginnen müssen. Die Verzögerungen gingen den Ortschaftsräten sichtlich auf die Nerven. Solange keine Bagger ständen, so Kraus, glaube er nichts mehr.

Und solange nichts geschehe, so attestierte Höfer, werde die Stadt auch nicht an die Öffentlichkeit gehen. "Aber sobald da ein Bagger steht, gibt es eine Informationsveranstaltung." Am Ende wurde das Zahlenwerk einhellig goutiert. Reine Formsache war der Entscheid, gemeinsam die Darstellung Altenbachs auf der Homepage der Stadt zu verbessern. Der Ortschaftsrat entschied einstimmig, ein Gremium zu gründen, das Vorschläge zur Verbesserung erarbeiten soll.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung