26.02.2020

Spenden sollen Bürgersaal im KGS ermöglichen

Spenden sollen Bürgersaal im KGS ermöglichen

Initiative aus Gemeinderat will 375.000 Euro zur Erweiterung der Aula im Kurpfalz-Gymnasium sammeln - Entscheidung fällt im Herbst

„Alles unter einem Dach“: Die Stadträte Bernd Hegmann, Renate Hörisch-Helligrath, Christiane Haase (v.l.) und Ulrike von Eicke (r.) sowie Patrick Schmidt-Kühnle, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats, werben um Spenden für einen Bürgersaal in der KGS-Aula. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. "Wenn wir nicht daran glauben würden, hätten wir nicht mit der Aktion angefangen", sagt Patrick Schmidt-Kühnle, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats. Er ist Teil einer Initiative des Gemeinderats, die 375.000 Euro von privaten Spendern für einen Bürgersaal im Gebäude des Kurpfalz-Gymnasiums (KGS) sammeln will. Dazu soll die dortige Aula nach Osten erweitert und mit einem separaten Zugang ausgestattet werden. "Eine Herkulesaufgabe", sagt Bernd Hegmann, Fraktionschef der Freien Wähler. "Aber diese Chance müssen wir versuchen zu nutzen." Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Woher kommt die Idee? Einen "Bürgersaal" hatte der ehemalige FDP-Vorsitzende Ingo Kuntermann in den vergangenen Jahren und im Kommunalwahlkampf 2019 immer wieder ins Spiel gebracht. Nach dem endgültigen Beschluss des Gemeinderats zur Sanierung des Kurpfalz-Gymnasiums im September 2019 rief SPD-Stadträtin Renate Hörisch-Helligrath eine fraktionsübergreifende Initiative zur Realisierung ins Leben.

Was soll ein Bürgersaal bringen? Die Vertreter der Initiative wie auch einige Aktive aus Vereinen betonen, dass in Schriesheim ein Veranstaltungsraum mittlerer Größe fehlt, zum Beispiel für Konzerte oder Theaterveranstaltungen. "Hier könnten wir mit relativ geringem Aufwand einen großen Raum herstellen", sagt Schmidt-Kühnle. "Es profitieren nicht nur die Schulen davon, sondern auch die Vereine könnten darauf zugreifen." Rund 400 Besucher sollen in der zum Bürgersaal umgebauten Aula Platz finden. Bisher waren es etwa 200, durch die Sanierung, die nötigen Verbesserungen im Brandschutz und die Vorgabe der Barrierefreiheit würde der Raum noch kleiner und flacher.

Teilweise ist das schon durch Trockenbauarbeiten in der Aula erkennbar: Dort wird derzeit eine Wand vor dem Naturwissenschaftstrakt eingezogen, "Der Bürgersaal stände der ganzen Stadtgesellschaft zur Verfügung", betont Hörisch-Helligrath mit Verweis auf die zwei direkten Zugänge von außen. "Jeder geht mal zu einer Theatervorstellung oder einem Konzert", ergänzt Ulrike von Eicke, FDP-Stadträtin.

Warum sind dafür Spenden nötig? Die Stadt kann sich die Erweiterung der Aula selbst nicht leisten, weil sie die Gesamtkosten für die KGS-Sanierung auf 21,5 Millionen Euro gedeckelt hat. Den Bürgersaal haben die Generalplaner des Architektenbüros Dierks, Blume, Nasedy deshalb nur als zusätzliches Modul eingerechnet. "Wir haben es als schade empfunden, dass kein Geld für die Erweiterung da ist", sagt CDU-Stadträtin Christiane Haase. Rein rechnerisch müsse jeder Schriesheimer nur 25 Euro spenden, damit der Bürgersaal Realität werden kann.

"Wir haben Großsponsoren angeschrieben, bisher aber noch keine Rückmeldung erhalten", sagt Hörisch-Helligrath. "Jeder dieser Sponsoren will aber erst einmal sehen, was wir selbst tun", ergänzt von Eicke. Einige Vereine hätten schon angekündigt, dass sie die Aktion unterstützen – allerdings noch nicht, in welcher Form.

Welche Aktionen sind geplant? Die Vertreter der Initiative hoffen auf eine ähnliche Spendenbereitschaft wie bei der Rettung des Waldschwimmbads in den Neunzigerjahren. Auch wenn bereits erste Spenden eingegangen sind, erfolgt der offizielle Startschuss für die Aktion mit der Präsenz am Stand der Stadt im Gewerbezelt während des Mathaisemarkts. Geplant ist zudem ein Benefizkonzert mit Schriesheimer Bands voraussichtlich am Freitag, 20. März, im Zehntkeller. "Außerdem wird es am 9. Oktober einen gemeinsamen Sponsorenlauf des Kupfalz-Schulzentrums geben", sagt Schmidt-Kühnle. "Das ist ein Unikum."

Wie kann ich spenden? Dazu ist eine Überweisung von mindestens 25 Euro mit dem Stichwort "Bürgersaal" an das Konto der Stadt Schriesheim bei der Volksbank Kurpfalz nötig, unter der IBAN DE60.6729.0100.0057.0209 03. Ab einer Überweisung von 200 Euro gibt’s eine Spendenbescheinigung, für Summen unter dieser Grenze reicht die Überweisungsbestätigung als Spendenquittung.

Was passiert, wenn das gesammelte Geld nicht reicht? Die Summe der Spenden soll nach Angaben der Initiative in diesem Fall an den Sozialfonds der Stadt Schriesheim gespendet werden. Dieser hilft bedürftigen Bürgern unbürokratisch bei wichtigen Anschaffungen sowie mit Lebensmittelgutscheinen. Großspender, die mindestens 1000 Euro zur Verfügung stellen, erhalten ihr Geld auf Wunsch auch zurück.

Wann fällt die Entscheidung? Wenn die zweite Bauphase der KGS-Sanierung beginnt, muss der Gemeinderat laut Hörisch-Helligrath einen Beschluss für oder wider die Erweiterung der Aula treffen. "Ein Drittel der benötigten Summe sollte bis dahin da sein", sagt Hegmann.

Info: Mehr Informationen im Internet unter schriesheimer-buergersaal.de.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung