29.06.2020

Tote Fische trieben im Kanzelbach

Wegen eines Defekts läuft Abwasser in den Kanzelbach

Schriesheim. (web) Hansjörg Höfer kam persönlich: Schriesheims Bürgermeister ist am Sonntagnachmittag ans Ufer des Kanzelbachs geeilt, nachdem Anwohner Alarm geschlagen hatten. In dem Gewässer trieben tote Fische, auch der RNZ gingen Bilder von dem Bachabschnitt an der "Rose" zu. Bis in die Abendstunden liefen Höfer, Feuerwehrkommandant Oliver Scherer und weitere Kräfte das Ufer ab, um die Ursache für das Fischesterben zu finden.

"Den genauen Grund kann ich zur Stunde nicht nennen", sagte Scherer am frühen Sonntagabend im RNZ-Gespräch, "das wäre Kaffeesatzleserei". Sicher war aber schon zu diesem Zeitpunkt, dass es mindestens eine schadhafte Stelle gibt. Im Bereich der "Schotterersbrücke" sei ein Abwasserkanal verstopft, erläutert der Feuerwehrkommandant. Die Folge: Der Kanal läuft voll und schlägt das überschüssige Abwasser in den Bach ab, "mal mehr, mal weniger". Das würde der Kanal übrigens auch ohne Verstopfung tun, etwa bei einem Starkregenereignis, so Scherer. Bei trockenem Wetter sollte das aber nicht vorkommen. Eine Fachfirma soll den Schaden nun dauerhaft beheben. Das Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises sei informiert, so Scherer. Dasselbe gelte für die Wasserversorgungs- und entsorgungsgesellschaft Schriesheim (WVE), die am Sonntag einen Vertreter geschickt hatte.

Laut Scherer ist auch der Sportangler-Verein Schriesheim involviert, denn die verendeten Fische müssen raus aus dem Bach. "Was man – augenscheinlich – wahrnimmt, ist Abwasser", so Scherer. Weiter aus dem Fenster lehnen will er sich nicht: "Wir sind nicht die zuständigen Experten, aber wir nehmen die Sache ernst, der Bach liegt uns am Herzen."

Neben der Begehung des Ufers umfasste die Ursachenforschung auch die Entnahme von Proben: vom Wasser und – "sofern wir einen aufheben können" – auch von den sterblichen Überresten der Fische. Dass deren Anblick besorgniserregend wirkte, bekam auch Scherer mit: "Uns kam die Polizei entgegen", berichtet er, als die RNZ nach der Zahl der Einsatzkräfte (drei Feuerwehrleute) fragte. Offenbar hatten Bürger auch die Beamten verständigt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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