21.07.2020

Weinhoheiten gehen in die Verlängerung

Vorstand der Winzergenossenschaft gab die Entscheidung gestern bekannt - Königin Sofia Hartmann war "überrascht und erleichtert"

Schriesheim. (hö) Es lag ja längst in der Luft, aber gestern wurde es offiziell: Die Amtszeit der Weinhoheiten Sofia Hartmann, Lena Meyer und Fabienne Röger wird um ein Jahr verlängert. Eigentlich sollte am Donnerstagabend der Jubiläumswein zum 90-jährigen Bestehen der Winzergenossenschaft (WG) präsentiert werden – der Bericht folgt in der Wochenendausgabe –, aber Aufsichtsratsvorsitzender Karlheinz Spieß ergriff gleich die Gelegenheit beim Schopfe: "Es gab ja kaum Termine für die Weinhoheiten, das tut mir für die Drei leid. Deswegen haben wir beschlossen, dass ihre Amtszeit um ein Jahr verlängert wird. Im Grunde ist das ja auch logisch." Und auch WG-Geschäftsführer Harald Weiss beglückwünschte das Trio: "Das ist nur gerecht und fair. Wir hatten diese Entscheidung ja länger schon im Kopf – schließlich ist man bei den Badischen Weinhoheiten genauso verfahren."

Weinkönigin Sofia Hartmann, die mit ihren beiden Prinzessinnen gestern endlich mal wieder einen Termin hatte, war ganz erleichtert: "Natürlich sind wir froh darüber. Wir hatten uns ja unsere Amtszeit anders vorgestellt." Die Hoheiten hatten erst fünf Minuten vor der Jubiläumswein-Vorstellung von ihrem Glück erfahren, wie Hartmann später der RNZ sagte: "Die Entscheidung kam auch für uns überraschend, wir haben nicht damit gerechnet. Jetzt sind wir erleichtert und müssen uns keine Sorgen machen, wie es weitergeht." Der nächste Termin des Dreigestirns ist die öffentliche Weinprobe am Samstag, 25. Juli, auf dem Obsthof Spieß, die aber schon einen Tag nach ihrer Ankündigung komplett ausverkauft war.

Schon zu Zeiten der Corona-Zwangsschließungen hatte in der Weinstadt eine Debatte eingesetzt, ob Hartmann, Meyer und Röger nicht doch in die Verlängerung gehen könnten, da sie ja von ihrem Amt nichts hatten. Alle Drei haben schon früh ihre Bereitschaft signalisiert, weiterzumachen. Zumal ja auch im Moment gar nicht absehbar ist, ob es überhaupt einen Mathaisemarkt im nächsten Jahr geben kann. Alle Fastnachtsveranstaltungen zweieinhalb Wochen früher wurden schon im letzten Monat komplett abgesagt.

Ein großes Thema gestern war natürlich auch die "Sprühattacke" auf die Weinprinzessin des Vorjahrs, Ann-Kathrin Haas: "Wir alle finden das sehr erschreckend", sagte Hartmann, "uns war nicht bewusst, dass die Winzer derart angegangen werden. Wir können das nur verurteilen." Den RNZ-Artikel über den Angriff haben die Weinhoheiten auf ihrer Facebook-Seite geteilt. Ann-Kathrins Vater Hartmut, der als WG-Vorstand bei der Weinvorstellung auch dabei war, mahnte, dass der Trubel um seine Tochter eigentlich zu viel werde. Sie müsse jetzt mal zur Ruhe kommen. > Weiterer Bericht auf Seite 10

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung