01.08.2020

Spielplatz geht jetzt in die Zielgerade

Spielplatz geht jetzt in die ZielgeradeLandschaftsbaufirma wehrt sich gegen Vorwürfe, sie arbeite in der Mozartstraße nicht zügig genug - Viele Gründe für die Verzögerungen

Von Micha Hörnle

Schriesheim. In den letzten Tagen musste die Landschaftsbaufirma von Olaf und Christian Kadner aus Heddesheim viel Kritik einstecken: Die Fertigstellung des neuen Kinderspielplatzes in der Mozartstraße – der größte (und bald auch der schönste) Schriesheims – verzögert sich um mindestens vier Monate (RNZ vom Dienstag); eigentlich sollten ab Ende April die ersten Kinder hier wieder spielen können.

Nun aber meldete sich Christian Kadner zu Wort, um einige der Vorwürfe – wie schleppende Arbeiten und zu wenig Leute auf der Baustelle – richtigzustellen. Er verweist darauf, dass seine Firma nur die Erd- und die Pflasterarbeiten macht, für die Anlieferung der Spielgeräte ist die Stadt zuständig – und die kamen teilweise recht spät. Manchmal fehlten noch Teile, die nachgeordert werden mussten. Auch der Fallschutz an der Burg wurde noch geändert: "An uns lag es am wenigsten."

Aber es gab auch sonstiges Ungemach: Als Kadner im Februar mit den Arbeiten auf dem Gelände begann, setzte auch noch lang anhaltender Regen ein, mit schweren Maschinen konnte er kaum arbeiten. Und dann kam Corona – mit Folgen für den eigenen Betrieb, der viele Arbeitsabläufe umstellen musste, wie Kadner zugibt. Die Pandemie hat auch zu einigen Verzögerungen in der Lieferung von Material, wie bei den Pflastersteinen, geführt.

Und abgesehen davon war die Baustelle nicht die einfachste: Da gab es die bestehenden Bäume, auf die man Rücksicht nehmen musste. Durch Aufstellen der Geräte konnte die Firma oft nur abschnittsweise und nicht in einem Stück arbeiten – was dann so aussah, als täte die Firma zu wenig. Und mehr noch: Nachdem der alte Spielplatz abgerissen war, entdeckte Kadners Team immer wieder unerwartete Fundamente des alten Spielplatzes, was die Arbeiten nochmals verzögerte.

Der Burghügel beispielsweise wurde mit den alten Steinen wieder neu aufgebaut – und auch für die gab es bei den Anwohnern Kritik: Sie hätten zu scharfe Kanten. Dabei versichert Kadner, die rund 250 verbauten Natursteine seien vom TÜV abgenommen worden: "Da war alles im Rahmen. Und am Felsenmeer gibt es ja auch Felsblöcke mit Kanten." Immerhin wurden einige Ecken doch noch abgeschmirgelt.

Und was ist mit den Randsteinen, die ebenfalls wegen ihrer gefährlichen Ecken kritisiert wurden? Auch die werden noch abgefräst, außerdem werden die Mulden alle so aufgefüllt, "dass es gar keine Kanten mehr geben wird". Außerdem haben alle Geräte einen Sicherheitsbereich, es kann also kein Kind beim Schaukeln auf einen harten Untergrund fallen. Und schließlich gibt es noch den gepflasterten Weg, den Anwohner wegen der Rutschgefahr für die Kinder moniert hatten: "Das sind Wege, die der Bauhof bei der Pflege der Anlage braucht und die mit Transportern befahren werden müssen." Man sieht: Für die meisten Punkte, die in den letzten Tagen kritisch diskutiert wurden, gibt es eine Erklärung. Und trotz aller Schwierigkeiten ist sich Kadner sicher, dass der Kostenrahmen von 220.000 Euro nicht gerissen wird: "Von unserer Seite auf keinen Fall."

Die wichtigste Frage, nämlich wann der Spielplatz denn fertig ist, kann Kadner nicht beantworten: "Das ist Aufgabe der Stadt. Und das hängt auch davon ab, wann die Geräte alle fertig sind." Er kann nur für die Pflaster- und Erdarbeiten sprechen, die in zwei bis drei Wochen abgeschlossen sein dürften. Im Moment wird der Rasen, alles in allem gut 600 Quadratmeter, eingesät, allein der bräuchte einen Monat, um anzuwachsen. Wegen der Trockenheit hat Kadner auch einen Hydranten angezapft, denn im Moment bräuchte allein ein Quadratmeter bis zu 30 Liter Wasser. Schon an den vielen Zaungästen an der Baustelle habe er gemerkt, "dass es die Leute nicht erwarten können, bis der Spielplatz fertig ist".

Die Anlage gefällt dem Heddesheimer Landschaftsgärtner bisher richtig gut: "Das ist kein Standardspielplatz." Und was ist für ihn die größte Attraktion? "Schwierig. Vielleicht der Burghügel und die Schaukeln, die in der Mulde stehen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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