03.08.2020

Schriesheimer Waldschwimmbad: Fehlende Bademeister machen Sorgen

IEWS: Thomas Merkel neuer Zweiter Vorsitzender - Sanierungen stehen an, sind aber kaum finanzierbar - Wird der Beitrag erhöht?

Von Florian Busch

Schriesheim. Die Temperaturen der letzten Tage schreien geradezu nach einer Abkühlung. Umso besser ist es da, wenn man ein Schwimmbad sprichwörtlich unmittelbar vor der eigenen Haustür hat. Dementsprechend groß war also auch das Interesse unter den Mitgliedern der Interessengemeinschaft zur Erhaltung und Betreibung des Waldschwimmbades (IEWS) – immerhin mit über 6000 Mitgliedern der mit Abstand größte Verein Schriesheims –, die am Freitagabend zu ihrer ordentlichen Jahresversammlung einlud. Der wohl wichtigste Tagesordnungspunkt war die Neuwahl eines Zweiten Vorsitzenden. Da sich Jochen Wähling nicht mehr für diese Position zur Verfügung stellte, wählten die 55 stimmberechtigten IEWS-Mitglieder den ehemaligen Pressereferenten und einzigen Bewerber Thomas Merkel bei einer Enthaltung zu ihrem neuen Stellvertreter der Ersten Vorsitzenden Sabine Portz.

Abgesehen von dieser Wahl war die Veranstaltung von diversen Berichten verschiedener Vorstandsmitglieder geprägt. Den Anfang machte Portz: "Wir sind total froh, es trotz aller widriger Umstände geschafft zu haben, die Saison zu starten", so die Vorsitzende, die allen Helfern für ihr Engagement dankte. Die Rückmeldungen der Badegäste seien bisher sehr positiv und auch der Betrieb laufe ohne große Probleme.

Nichtsdestotrotz appellierte sie noch mal an alle, Eigenverantwortung zu übernehmen und auf Dinge wie Sicherheitsabstände und andere Verhaltensregeln zu achten. Da es sich aber eigentlich um die Mitgliederversammlung für die Saison 2019 handelte, "wollen wir einen kleinen Rückblick wagen", meinte Portz – auch wenn man natürlich lieber über die aktuelle sprechen wolle.

Weiter machte der ehemalige Zweite Vorsitzende Jochen Wähling. Insgesamt hätten 2019 etwa 55.000 Gäste das Waldschwimmbad besucht, ein deutlicher Rückgang von 20.000 im Vergleich zu 2018. Dafür gab es Erfreuliches von den Mitgliederzahlen zu berichten: Ende des letzten Jahres verzeichnete der Verein 6300, in diesem Jahr gebe es bisher außerdem einen Rekord an Neuaufnahmen. "Das ist eine tolle Entwicklung", freute sich Wähling.

Weniger positiv dagegen die Situation bei der Badeaufsicht. Eigentlich sei das Ziel, dauerhaft drei Bademeister an Bord zu haben. Seit 2019 klemme es laut Wähling aber, sodass die IEWS wegen des großen Mangels sogar zwei von ihnen stundenweise anstellen musste. Auch mit der Stadtverwaltung habe man sich nicht auf eine Lösung einigen können, da die Frage, was während der Schließungszeit des Bades mit den Personen passieren soll, nicht geklärt werden konnte. Und so sucht der Verein weiterhin nach einer Lösung. Ein Zustand, wegen dem der ehemalige stellvertretende Vorsitzende Wähling "schon ein paar schlaflose Nächte gehabt" habe.

In den letzten Jahren habe man knapp 380.000 Euro in diverse Bereiche investiert, erklärte der technische Leiter Jürgen Merkel, darunter etwa eine neue Gastherme für 6000 Euro und eine neue Software zur Mitgliederverwaltung für 100 Euro pro Monat. Und auch in der Zukunft stünden weitere Großinvestitionen an. So müsse der Steinboden ausgetauscht werden, denn der "ist nicht mehr barfußgerecht" – Kostenpunkt etwa 50.000 Euro –, auch die Gummirinne um das Schwimmbecken werde in nächster Zeit kaputt gehen. Am besten sei dann eine Edelstahlrinne, die allerdings mit rund 250.000 Euro kaum zu finanzieren ist: "Da fehlen uns die Moneten für", so Merkel.

Generell ist der Geldmangel eines der Hauptprobleme der Interessengemeinschaft. Und auch, wenn Schatzmeisterin Hannelore Herbig im Anschluss einen Überschuss von etwa 23.000 Euro für 2019 präsentierte, meinte Merkel, um Kosten decken zu können: "Wir müssen nach vielen Jahren Beitragsstabilität über eine Erhöhung nachdenken." Auch Wähling, der dem Verein weiterhin erhalten bleiben wird, betonte noch einmal, dass Geld gebraucht werde. Allein durch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge sei es aber nicht getan. Deswegen möchte er nun verschiedene Vorschläge erarbeiten; diese sollten dann bei der nächsten Mitgliederversammlung beschlossen werden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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