12.08.2020

Den DRK-Secondhand-Laden gibt es wieder – noch

Den DRK-Secondhand-Laden gibt es wieder – nochSeit 1. August hat das Geschäft wieder geöffnet - Aber zum Jahresende läuft der Mietvertrag aus - Jetzt sucht das DRK einen neuen Standort

Andy Woodhead und Dietmar Volk halten neben Margret Rapp (nicht auf dem Bild) die Stellung im Secondhand-Laden des DRK in der Heidelberger Straße. Aber momentan wird ein neues Ladenlokal gesucht. Foto: Dorn

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Der Secondhand-Laden in der Heidelberger Straße hat nach langer Corona-Zwangspause wieder geöffnet – wenn auch mit einer Art "Galgenfrist". Denn zum Jahresende wird er wieder an diesem Ort schließen, nachdem die Vermieterin den Vertrag fristlos gekündigt hat; der letzte Verkaufstag ist der 23. Dezember.

Knapp sechs Jahre gab es gebrauchte Kleidung in der Heidelberger Straße 21 – vorher residierte hier das Wäschegeschäft "Under Cover" – zu kaufen, der Laden war im Dezember 2014 zeitgleich mit der "Tafel", bei der sich im Strahlenberger Grundschulhof bedürftige Schriesheimer mit Lebensmitteln eindecken konnten, eingerichtet worden. Eigentlich hätte das DRK Mannheim, das sowohl die "Tafel" wie auch den Secondhand-Laden betreibt, gern beide Angebote unter einem Dach vereint, aber dafür langte der Platz nicht. Und so blieb die "Tafel" erst einmal in ihrem Provisorium, im Freien unter den Arkaden der Schulturnhalle.

Und dann kam Corona, was zunächst das Aus für "Tafel" und Secondhand-Laden bedeutete. Die "Tafel" hatte aber Glück, sie konnte bereits vor drei Monaten unter das Dach vom "Mittendrin" in der Kirchstraße unterschlüpfen, auch wenn das Begegnungszentrum bis Mitte August ferienbedingt geschlossen ist (RNZ vom 14. Mai); allerdings steht momentan noch in den Sternen, wo die "Tafel" eine endgültige feste Bleibe finden könnte, immer wieder mal im Gespräch ist die Mehrzweckhalle.

Derweil zog sich die Wiedereröffnung des Secondhand-Ladens fast fünf Monate hin – unter anderem weil die ehrenamtlichen Verkäuferinnen vom Arbeitskreis Schriesheimer Senioren (ASS) selbst zur Risikogruppe gehören, andererseits musste der Laden "coronakonform" neu konzipiert werden: mit Plexiglas-Schutzscheibe an der Kasse und Beschränkung der Besucherzahlen (maximal zwei).

"Ab 1. August haben wir wieder geöffnet", berichtet Margret Rapp, die seit Anbeginn hier arbeitet und die vorher als langjährige Krankenschwester der Sozialstation in der Weinstadt bekannt war. Und die Schriesheimer sehnten offenbar der Wiedereröffnung entgegen: "Viele haben uns die letzten Monate vermisst", so Rapp, "manche haben gedacht, dass wir gar nicht mehr aufmachen." Aber nun spricht es sich langsam herum, dass man hier wieder gebrauchte Kleidung zu günstigen Preisen kaufen kann: "Das ist alles sehr erfreulich, wir merken es am Umsatz."

Weil es im Moment mit Andy Woodhead und Dietmar Volk auch zwei feste Verkäufer gibt, ist Rapp nicht mehr auf die Mithilfe der Senioren angewiesen, die meist als "Springer" fungierten. Und Ware gibt es in Hülle und Fülle – was auch daran liegt, dass die Leute die viele Zeit zu Hause genutzt haben, um ihre Kleiderschränke mal auszuräumen. "Wir haben jetzt tolle Sachen, unser Sortiment füllt sich gut", freut sich Rapp. Manche Schriesheimer stellten ihre Altkleider dann sackweise vor die Tür, aber mittlerweile gibt es im hinteren Ladenbereich, im Hof, eine separate Annahme, man muss also nicht durchs Geschäft – und kann sich zudem noch hinsetzen. Die gebrauchten Klamotten sind erst einmal eine Woche lang in Quarantäne, dann sortiert sie Rapp in Handschuhen aus – und zwar alleine, um höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten.

Allerdings hat Rapp doch eine große Sorge: Wo soll es im nächsten Jahr das Lädchen geben? In den alten Räumlichkeiten ist unwiderruflich zum 31. Dezember Schluss, jetzt ist sie auf der Suche nach einer Alternative. Das, was dem DRK bisher angeboten wurde, scheiterte entweder "an der Größe, am Standort oder am Preis". Denn möglichst zentral sollte der neue Laden schon liegen, am besten in der Heidelberger Straße, zur Not auch noch in der Talstraße; und er sollte mindestens 80 Quadratmeter groß sein und einen separaten Lagerraum haben; Interessierte melden sich entweder direkt bei Margret Rapp oder bei Hubert Mitsch vom DRK (Telefon: 0621/3218123). Denn, so meint Rapp: "Es wäre sehr schade, wenn wir keinen Laden mehr finden würden. Und schlecht für Schriesheim wäre es auch."

Info: Secondhand-Laden des DRK Mannheim, Heidelberger Straße 21, Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10 bis 13 Uhr, Telefon: 0173/1561470.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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