23.09.2020

Fridays for Future: Bei der Demo in Schriesheim geht es um die Verkehrswende

Fridays for Future: Bei der Demo in Schriesheim geht es um die Verkehrswende

Die Schriesheimer Gruppe von "Fridays for Future" organisiert am Freitag um 18 Uhr eine Fahrrad-Demo - Erin Engin und Marieke Wölfer hatten schon 2019 den ersten Protestzug organisiert

Marieke Wölfer (l.) und Erin Engin organisieren die Fridays-for-Future-Raddemonstration. Foto: Dorn

Schriesheim. (mio) Zum weltweiten Aktionstag von Fridays for Future (FFF) wird auch das Schriesheimer FFF-Organisationsteam aktiv: Am Freitag, 25. September, um 18 Uhr wird es in der Weinstadt eine Fridays-for-Future-Demo auf dem Fahrrad geben. Im Namen des Teams laden die 14-jährige Erin Engin und die 15-jährige Marieke Wölfer ein: "Schriesheim ist dabei!" Bei Start und Ende vor dem Neuen Rathaus gilt die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz, beim Radeln darf man die Maske abnehmen.

Erin und Marieke sind seit mehr als einem Jahr bei der Bewegung: 2019 nahmen sie das erste Mal in Heidelberg an einer Demo zum globalen Klimaschutz teil. Sie hatten den Lehrern Bescheid gesagt und waren als Vertreter ihrer Schülerzeitung dabei. Von Anfang an waren sie sich einig: "Es geht nicht um das Schuleschwänzen, es geht um den Klimaschutz." Wenn sie also an überregionalen Demos teilnehmen, sprechen sie die Fehlzeiten in der Schule mit Lehrern und Schulleitung ab. "Wir wollen nicht, dass sich jemand Sorgen um uns macht." Dieses Verantwortungsgefühl zeichnet die beiden Jugendlichen in ihrem Tun aus. Im Sommer des vergangenen Jahres gründeten sie die FFF-Ortsgruppe von Schriesheim und wurden Mitglied von FFF Deutschland: "Wir wollten unser Anliegen selbst in die Hand nehmen." Heute zählt die Ortsgruppe von Schriesheim rund 35 Mitglieder, Engin und Marieke wurden zu FFF-Landesdelegierten. Als sie im vergangenen Sommer zur ersten Fridays-for-Future-Demo in Schriesheim aufriefen, kamen mehr als 200 Teilnehmer.

Nun organisieren sie erneut eine FFF-Demo. Marieke erklärt: "Thema ist die Verkehrswende, das passt zum Radfahren." Beide wünschen sich in Schriesheim mehr Radwege und insgesamt mehr Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr. Engin schlägt vor: "Es könnte einen kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr geben." Das soll über eine Umschichtung finanziert werden: mehr Geld für Radwege und den Ausbau des Schienenverkehrs und weniger finanzielle Unterstützung für die Autoindustrie.

Vor allem möchten die Jugendlichen mit der Demo ein allgemeines Umdenken bewirken: "Wir wünschen uns, dass die Menschen ein neues Bewusstsein entwickeln." Aus diesem Wandel ergeben sich dann Änderungen des Verhaltens, also weniger Autofahrten im Alltag. Und: Wer sich mit Klimaschutz beschäftigt, wird vielleicht Urlaubsreisen per Bus, Bahn und Fahrrad statt Fernreisen mit dem Flugzeug wählen.

Engin und Marieke wollen keinen Umsturz, sondern einen Schritt-für Schritt-Wandel. Sie grenzen sich von Gruppierungen wie den Corona-Gegnern ab. Wichtig ist ihnen, dass die FFF-Bewegung und ihre Demos gewaltfrei stattfinden. Sie bemühen sich also um die Einhaltung aller Regeln. So waren ihnen Mitarbeiter der Stadt bei der notwendigen Anmeldung ihrer Aktion behilflich. Mit ihrem Team haben die Jugendlichen spezielle Plakate für Schriesheim gemalt.

Bei so viel Engagement – bleibt da noch Zeit für Hobbys? Aber ja. Erin spielt Geige, auch im Orchester. Marieke wiederum spielt Klavier und Schlagzeug, aber sie treibt auch Sport wie Fußball, Tennis und Floorball. Beide sind in einigen Schul-AGs aktiv – und bei der Schülerzeitung. Vielleicht werden die beiden Zehntklässler auch über die Demo wieder berichten.

Info: Die Schriesheimer Fridays-for-Future-Demo startet am Freitag, 25. September, um 18 Uhr am Neuen Rathaus. Sie führt auf der Route des Mathaisemarkt-Umzugs und endet wieder am Neuen Rathaus. Bei Start und Ende gilt die Maskenpflicht, beim Radeln darf man die Maske abnehmen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung